Hilfe für Äthiopien: Bottroper Studentin plant Trinkwasserbrunnen

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Die romantische Aufnahme der eindrucksvollen Landschaft im Süden Äthiopiens täuscht: Der Weg von der Wasserstelle zurück ist für die Frau lang und beschwerlich. (Foto: Sam James, Photo Libraria.)
 
Mit mehreren Kilogramm auf den Schultern über kilometerlanges, unebenes Gelände: Die Lebensbedingungen der Menschen im Süden Äthiopiens sind hart, das Leid ist groß. (Foto: Swiatoslaw Wojktowiak)

Wenn wir unsere Zähne putzen oder uns waschen möchten, gehen wir ins Badezimmer und drehen den Wasserhahn auf. Das ist für uns Europäer selbstverständlich. Wer allerdings in den heißen Regionen im Süden Äthiopiens lebt, kann von solch einem Luxus nur träumen.

Denn nach dem morgendlichen Wecker geht es für viele Bewohner eines der ärmsten Länder auf der Welt nicht einfach zum Waschbecken, sondern auf einen mühsamen Tagesmarsch durch gebirgiges Gelände.
Um so etwas banales wie die Morgentoilette zu erledigen, muss das Wasser erst geholt, das heißt in Kanistern auf dem Rücken von weit her nach Hause geschleppt werden.
„Die Familien schicken dazu bevorzugt ihre jungen Töchter los“, weiß Studentin Tugba Güngör. „Diese holen das Wasser für ihre teilweise bis zu fünf Familienmitglieder, können deswegen nicht zur Schule gehen und leiden auch später noch unter körperlichen Beeinträchtigungen.“ Das hohe Gewicht der Kanister drückt auf Knochen und Organe, „was verschiedene medizinische Probleme, wie sogar Fehlgeburten, zur Folge haben kann“, so Tugba Güngör.

Kein Strom, wenig Wasser

Die auf dem Eigen aufgewachsene Bottroperin studiert an der Univiersität in Karlsruhe (KIT) Bauingenieurwesen und ist Mitglied der Hochschulgruppe „Engineers Without Borders“ (EWB, zu deutsch: Ingenieure ohne Grenzen), die derzeit einen Trinkwasserbrunnen für die Versorgung der Dörfer Gocha und Gomole in der Region Konso plant. Konso zählt seit 2011 zu den Weltkulturerbe-Stätten der UNESCO. Der Bevölkerung hilft dieser Status jedoch wenig, sie leidet unter der enorm schlechten Versorgung – jeder Zweite ist unterernährt, es gibt keinen Strom, das Wasser ist knapp.

In Kooperation mit der örtlichen Wasserbehörde, die das benötigte hydrogeologische Gutachten zur Verfügung gestellt hat und nach Beendigung des Projektes Wartung und Instandhaltung des Brunnens übernimmt, soll eine Trinkwasserversorgung entstehen, von der die Nutzer sowohl in der Regen- als auch Trockenzeit in ausreichendem Maße profitieren können.
Zu dem von Studenten realisierten und allein aus Spendengeldern finanzierten „Gomole Water Project“ gehört der Bau eines Brunnenhauses samt 25 Kubikmeter großer Zisterne für die Wasserspeicherung und eine auf dem 35 Quadratmeter großen Dach installierte Photovoltaikanlage für den Betrieb der Pumpe.

Sechs Wasserhähne für 5.500 Menschen

Der Bohrer soll eine Tiefe von knapp 100 Metern erreichen. An sechs Wasserhähnen können schließlich insgesamt 5.500 Menschen (darunter 3.500 aus dem Nachbardorf) das lebenswichtige Gut in rauhen Mengen zapfen.
„Bisher mussten die Menschen der Konso-Region täglich mit fünf Liter Wasser pro Kopf auskommen. Mit unserem Projekt werden es circa 15 Liter“, erklärt die 25-Jährige, die genauso wie ihre Mitstudenten und andere am Projekt beteiligten Mitstreiter eine Reise in das ostafrikanische Land plant. „Ich würde sehr gerne runter fliegen, das hängt allerdings noch von dem Aufwand meiner Masterarbeit ab.“

Es würde sie reizen, das vorhandene Wissen in die Tat umzusetzen „und gleich mitzuerleben, dass der Brunnen den Alltag der Menschen vor Ort erleichtert. Das würde mich glücklich machen“, so Tugba Güngör. Die Finanzierung des Projektes ist mit 44.000 Euro angesetzt. Ein Viertel der Summe ist bereits sicher, die restlichen 33.000 Euro sollen bis zum Baubeginn im Herbst ebenfalls feststehen.



Spendenkonto

Engineers Without Borders
Konto: 108085655 - BLZ: 660 501 01 - Sparkasse Karlsruhe
BIC: KARSDE66 - IBAN: DE 25 66 050 101 010 808 565 5
Verwendungszweck: EWB Ethiopia

Spendenquittungen können ab einem Betrag von 50 Euro ausgestellt werden. Wer im Verwendungszweck die Postanschrift angibt, bekommt automatisch eine Quittung zugeschickt.
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