Jede Menge Kino

Anzeige
In seinem neuen Buch beschäftigt sich Friedhelm Wessels mit der Geschichte des Ruhrgebietsfilms. Foto: Noc
Mit „Zoff“ am Donnerberg begann Weltkarriere

Eigentlich sollte das Buch „Halte die Klappe Ruhrgebiet“ heißen, doch man einigte sich auf „Jede Menge Kino“. Jetzt ist das neuste Werk des auch in Bottrop bekannten, langjährigen Journalisten Friedhelm Wessel auf dem Buchmarkt.

Auf rund 80 Seiten geht Friedhelm Wessel auf die interessante und vielseitige Geschichte des Ruhrgebietsfilmes ein. Erstmals fiel 1972 eine „Filmklappe“ in Bottrop.
Auf dem Donnerberg, so fand der 72-jährige Autor heraus, begann die Weltkarriere von Jürgen Prochnow. Damals drehte er dort zusammen mit Diether Krebs, Hildegard Krekel und Claus-Theo Gärtner Teile des Spielfilms „Zoff“. Später ließ Regisseur Peter F. Brinkmann seinen Filmhelden Theo – Marius Müller-Westernhagen – sogar auf der A42 in Bottrop agieren. Auch Revierduse Tana Schanzara stand einst in Bottrop vor der Kamera. Das Drehbuch für „In Dichter in der Familie“ stammte vom gebürtigen Bottroper Werner Streletz.
Auch Teile von „Manta- der Film“ wurden in Bottrop in den Kasten geholt. Im vergangenen Jahr erkor Revier-Regie-Altmeister Adolf Winkelmann („Die Abfahrer“, „Nordkurve“) Bottrop als Drehort für seinen Spielfilm „Junges Licht“ aus. Mehrere Tage weilte das Team des bekannten Dortmunder Filmemachers daher im Juli in Welheim und Batenbrock.
Dabei liegen die Anfänge des Ruhrgebietkinofilmes in Wanne-Eickel-Herten. Weil sich 1913 Regisseur Urban Gad den neugierigen Blicken der Konkurrenz entziehen wollte, verlegte er nämlich die Dreharbeiten für „S1“ nach Herten. In den Hauptrollen: Das Luftschiff „Charlotte“ und damalige Stummfilmstar Asta Nielsen. Nach der Premiere, die am 13. November 1913 in der Essener Schauburg stattfand, geriet der Spionagefilm aber in Vergessenheit.
Erst in den 1980er Jahren wurde eine Kopie des nachweislich ersten Ruhrgebietfilms in Russland wiederentdeckt. Diese und andere Kinogeschichten hat Autor Friedhelm Wessel für sein neues Buch „Jede Menge Kino“, es ist im Verlag Henselowski Boschmann erschienen - zusammengetragen. Nach Auskunft des Autoren wurden zwischen 1913 und 2016 rund 70 Filme, die zunächst nur für das Kino bestimmt waren, ganz oder teilweise im Ruhrgebiet gedreht.
„Das Buch mit den rund 50 SW-Fotos ist aber kein Lexikon des Ruhrgebietfilms“, meinte Wessel, der ein großer Bewunderer der „Winkelmann-Arbeiten“ ist und daher sein Buch mit dem reviertypischen Handtuchdesign-Cover, dem Kultregisseur gewidmet hat.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.