Wiedergeburt eines Gewässers

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Uli Paetzel, Johannes Remmel und Bernd Tischler stellen das Projekt zur Renaturierung des Kornbachs vor. Foto: Kappi
Das Nachtigallental in Vonderort erhält ein wichtiges Stück Natur zurück. Auf einer Länge von rund einem Kilometer wird der Kornbach renaturiert. Für Oberbürgermeister Bernd Tischler ist das Vorhaben „die Wiedergeburt eines vor langer Zeit von der Bildfläche verschwundenen Gewässers“. Gemeinsam mit NRW-Umweltminister Johannes Remmel und dem Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft Uli Paetzel hat er das Projekt jetzt vorgestellt.

Während der Industrialisierung wurde der Kornbach in unterirdische Kanalrohre umgeleitet. Mit Abwässern der Haushalte und Unternehmen fließt das Mischwasser in die Emscher. „Das ist ökologisch nicht sinnvoll und wirtschaftlich sehr teuer“, so der Oberbürgermeister. 3,3 Millionen Euro wird es kosten, das saubere Wasser des Kornbachs oberirdisch durch das noch trockene Bachbett zu leiten und für das Abwasser einen neuen Kanal zu bauen.

Um dieses Projekt umzusetzen, erhält die Stadt rund 2,2 Millionen Euro vom Land. Die Emschergenossenschaft hat die Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ initiiert, mit dem das Land seit dem vergangenen Jahr unterschiedliche Projekte mit insgesamt fünf Millionen Euro unterstützt. Einen besonderen Wert des Kornbach sieht NRW-Umweltminister Johannes Remmel in der Verbindung mit dem Emscherumbau. „Die Renaturierung der Emscher ist ein Leuchtturmprojekt und gehört zu den größten Umweltprojekten in Europa“, sagt der Grünen-Politiker. Remmel lobte zudem das besondere Engagement der Stadt bei der Projektentwicklung im Nachtigallental.

Der Vorstandsvorsitzende der Emschergenossenschaft Uli Paetzel sieht in den verschiedenen Umweltprojekten eine sich wandelnde Qualität bei der Zusammenarbeit der Emscherkommunen. Ging es in der Vergangenheit vor allem darum, Verkehrswege und Mobilitätsangebote zu vernetzen, nimmt jetzt die Bedeutung von Grüngürteln und Wasserverbindungen zu. „Von dem Projekt der Stadt Bottrop im Nachtigallental profitieren auch wir bei der Emschergenossenschaft, denn das abgekoppelte Regen- und Grundwasser kommt unserem Fluss zu Gute. Dort, in das Gewässer, gehört sauberes Wasser auch hin – und nicht in einen Abwasserkanal“, sagt Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft. Die fachübergreifenden und interkommunalen Planungen bei der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ führe die Themen Wasserwirtschaft, Stadtentwicklung, Freiraumplanung und Klimaanpassung zusammen, so Paetzel. x Das Projektgebiet „Nachtigallental“ umfasst eine Fläche von rund 2,27 Quadratkilometer. Im Gebiet ursprünglich vorhandene Gewässer und Quellen wurden im Zuge der Industrialisierung und des zugehörigen Eisenbahnwegebaus überformt. Der Kornbach, der sich in dem Taleinschnitt des Nachtigallentals befunden hat, wurde verrohrt und zu einem Bestandteil des städtischen Mischwassernetzes.

x In den kommenden drei Jahren wird der vorhandene Mischwasserkanal aus der Trasse des ehemaligen Kornbaches entfernt und parallel neu errichtet. Grundwasser, das zuvor durch den Kanal aufgenommen wurde, fließt dann wieder offen ab. Das natürliche Einzugsgebiet des Kornbachs ist rund 70 Hektar groß. Zudem werden rund acht Hektar befestigte Fläche von der Mischwasserkanalisation abgekoppelt.
x Bottrop hat sich im Mai 2014 der Zukunftsinitiative „Wasser in der Stadt von morgen“ angeschlossen. Ein Ziel ist es, bis 2020 etwa 15 Prozent der Kanäle abzukoppeln und das Oberflächenwasser ohne den Weg über die Kläranlage der Emscher zuzuleiten. Der Stand der Regenwasserabkopplung in Bottrop beträgt rund zwölf Prozent. Mit Umsetzung Kornbach-Projektes erhöht sich dieser Anteil um 1,4 Prozent. Hintergrund x Das Projektgebiet „Nachtigallental“ umfasst eine Fläche von rund 2,27 Quadratkilometer. Im Gebiet ursprünglich vorhandene Gewässer und Quellen wurden im Zuge der Industrialisierung und des zugehörigen Eisenbahnwegebaus überformt. Der Kornbach, der sich in dem Taleinschnitt des Nachtigallentals befunden hat, wurde verrohrt und zu einem Bestandteil des städtischen Mischwassernetzes.

INFO

In den kommenden drei Jahren wird der vorhandene Mischwasserkanal aus der Trasse des ehemaligen Kornbaches entfernt und parallel neu errichtet. Grundwasser, das zuvor durch den Kanal aufgenommen wurde, fließt dann wieder offen ab. Das natürliche Einzugsgebiet des Kornbachs ist rund 70 Hektar groß. Rund acht Hektar befestigte Fläche werden von der Mischwasserkanalisation abgekoppelt.
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