AfD Bottrop: Wer sind die Köpfe des rechten Sumpfes?

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Braunen Inhalt in blauer Hülle bieten nicht nur die Fauleier im Bottroper Emscherklärwerk. Auch die lokalen AfD-Führer Patrick Engels, Frank Sapountzoglou und Matthias Gellner haben so etwas im Angebot. (Foto: Pressestelle Stadt Bottrop)
 
Im übelsten Gossen-Jargon pöbelte AfD-Chef Patrick Engels öffentlich gegen die Kindereisenbahn beim Brezelfest 2014. (Foto: Pressestelle Stadt Bottrop)

Nach Medienrecherchen ist in der AfD die extreme Rechte auf dem Vormarsch. Dort wird offen bekannt: Von der NPD unterscheide man sich durch bürgerliches Umfeld, nicht durch Inhalte.
Bottrops AfD liegt da voll im Trend. Die frisch gewählten Führer des Stadtverbandes sind knallharte Rechtsausleger:

Parteichef Patrick Engels: Der Mann fürs Grobe

Frauke Petry musste sich bei ihrer jüngsten Forderung, auf Flüchtlinge an der Grenze zu schießen, um Kritik aus Bottrops AfD nicht sorgen. Akteure wie der neue Vorsitzende Patrick Engels nehmen selbst gern Flüchtlinge ins Visier.
Auch sonst ist Engels der Mann fürs Grobe: Er versucht politische Gegner einzuschüchtern. Einem Kritiker schrieb er etwa „Sie kommen definitiv mal in die Hölle.“ In einem anderen Schreiben wünschte er, der Kontrahent solle „ein Magengeschwür bekommen.“ Die nachweislich friedliche Protestkundgebung gegen den Petry-Auftritt im Bottroper Saalbau wurde bei Engels zum „demonstrierenden Mob“.
Von politischem Pluralismus hält er wenig. Andersdenkende werden pauschal verunglimpft: „Die politische Korrektheit verbietet es nämlich die Dinge beim Namen zu nennen und deshalb muss diesem linksgrünversifften Schwachsinn sofort Einhalt geboten werden“, meinte er öffentlich. Und auch „Gutmenschen“ mag er nicht. Bei denen werde „nur gelabert, gefordert und insbesondere bei Politikern das Geld anderer Leute ausgegeben.“
Offenbar hat der glühende Fan eines viertklassigen Fußballclubs aus einer Nachbarstadt die Sitten aus der bierdurchtränkten Fankurve mitgenommen. Denn auch in Sachen Fußball setzt er gern zur verbalen Blutgrätsche an. Kritiker einer öffentlichen Geldspritze für „seinen“ Club müssen sich „nur Heuchlerei“ unterstellen lassen. Und auch wenn es um sein Kirchhellener Umfeld geht, langt der Familienvater gern mal hin: Im übelsten Gossen-Jargon pöbelte Engels etwa öffentlich gegen die Kindereisenbahn beim Brezelfest. Das ist allerdings kein Hinderungsgrund, in Bottrops Rechtsaußenpartei eine rasante Karriere zu machen. Engels stieg nach dieser Kette von Entgleisungen gerade zum Parteivorsitzenden auf.
Seit Amtsübernahme hat er den Tonfall eher noch radikalisiert. Nun wirbt die Bottroper AfD via Facebook für das nationalistische Szeneblatt „Junge Freiheit“. Und auch in seiner ersten Pressemitteilung nach Amtsübernahme ging es natürlich in Sachen Flüchtlinge wieder zur Sache: Gegen die Arbeiten an der geplanten Unterbringung in seinem Stadtteil Kirchhellen.

Ratsherr Frank Sapountzoglou: Der Hetzer

Der Notarfachangestellte fiel wiederholt durch Hetzbeiträge gegen Flüchtlinge auf, verbreitete ein Propagandafilmchen von der Demo der Nazi-Fußballfans „Hogesa“. Diese Reihe gipfelte in der Verlinkung einer rechtsextremen Seite von Antisemiten, Hitler-Fans und Holocaust-Leugnern. Den Link hatte er auch vor wenigen Tagen noch nicht gelöscht.
Zu diesem Zeitpunkt warb Sapountzoglou schon für das Rechtsaußenmagazin „Compact“. Über das sagt dessen ex-Chef Andreas Reifer, das Blatt sei „politisch abgeglitten, da in ihm rassistische und nationalistische Positionen vertreten“ würden.
Alles kein Grund für die Bottroper AfD, den Ratsherrn aus der Partei zu werfen. Im Gegenteil. Sapountzoglou wurde gerade zum Schatzmeister gewählt und beheimatet die „inoffizielle“ Partei-Geschäftsstelle in Bottrop. Merke: Radikalismus sichert in Bottrops AfD Mehrheiten.
Daran ändert auch Sapountzoglous konsequente Arbeitsverweigerung im Stadtrat nichts. Seine Wortmeldungen im Rat haben absoluten Seltenheitswert. In der jüngsten Haushaltsberatung - der wichtigsten Debatte des Jahres - brachte Sapountzoglou weder auch nur ein Wort heraus, noch stellte er irgendeinen Antrag. Anscheinend muss er seine Kräfte für die nächste Attacke auf Flüchtlinge im Internet aufsparen.

Parteivize Matthias Gellner: Sportskanone mit radikaler Wortwahl

Weniger grobschlächtig als Engels gibt sich sein Stellvertreter Matthias Gellner. Er tritt als dynamisch-smarter Geschäftsmann, Immobilienverkäufer sowie angeblich einer „der besten Makler Deutschlands“ auf und präsentiert sich auch als Triathlon-Sportskanone. Und er gibt mit Partei-Funktionen auf Landes- und Bundesebene den strategischen Kopf von Bottrops rechtem Rand.
Gellner schwadronierte schon im Sommer 2015, das Asylrecht werde „hunderttausendfach missbraucht“ und man müsse „Scheinasylanten konsequent ausweisen“. Der Kampfbegriff "Scheinasylanten" ist vor allem in der rechtsextremen Szene beliebt.
Insgesamt ist festzustellen: Die Losung des AfD-Funktionärs Dubravko Mandic verfängt auch offenbar auch in Bottrop: „Von der NPD unterscheiden wir uns vornehmlich durch unser bürgerliches Unterstützer-Umfeld, nicht so sehr durch Inhalte.
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9 Kommentare
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Udo Massion aus Gladbeck | 29.02.2016 | 05:41  
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Bodo Jennen-Schulte aus Bottrop | 29.02.2016 | 12:12  
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Patrick Engels aus Bottrop | 29.02.2016 | 18:07  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 29.02.2016 | 20:06  
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Niels Schmidt aus Bottrop | 01.03.2016 | 01:09  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 01.03.2016 | 07:14  
377
Klaus-H Weissmann aus Gladbeck | 01.03.2016 | 10:45  
21
Dieter Weißmann aus Bottrop | 01.03.2016 | 15:24  
124
Matthias Gellner aus Bottrop | 03.03.2016 | 10:29  
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