AfD-Ratsherr Sapountzoglou & die Holocaust-Leugner [Update]

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Sapountzoglou sitzt für die AFD im Rat der Stadt Bottrop. In den Sitzungen des Rates, der im Rathaus tagt, wollte er aber nicht zu seinen Veröffentlichungen Stellung nehmen. (Foto: Pressestelle Stadt Bottrop)
 
Menschen auf dem Weg aus Kriegsgebieten wie Syrien seien "allesamt keine bedauernswerten 'Flüchtlinge', die vor irgendeiner Bedrohung fliehen" sondern "Raubnomaden" war in einem Text zu lesen, den Sapountzoglou verlinkte. (Foto: Facebook-Screenshot)
[Update] Er gibt sich als Biedermann: AfD-Ratsherr Frank Sapountzoglou präsentiert sich über das soziale Netzwerk Facebook als Kumpel-Typ, der gern mal ein Glas trinkt, im sonnigen Süden urlaubt oder leidenschaftlich den Spielen seines Fußballclubs folgt. Ab und an bricht aber eine ganz andere Seite durch, seine politische: Dann verbreitet er Links zu Hetzbeiträgen gegen Flüchtlinge und Muslime. Oder er gewährt gar Zugang zu Seiten, auf denen der Holocaust geleugnet und Adolf Hitler gefeiert wird.

So verbreitet Sapountzoglou, zum Beispiel via Facebook am 20. September einen Link zu einem Text zur aktuellen Massenflucht aus Syrien in dem es heißt: „Die Invasoren zeigen ihr wahres Gesicht, nachdem es nun nicht so läuft, wie sie es sich vorgestellt haben. Blanke Wut, Aggression, Gewalt und Zerstörungswille sind bei diesen Menschen zu erkennen. Das sind allesamt keine bedauernswerten „Flüchtlinge“, die vor irgendeiner Bedrohung fliehen. Das sind Raubnomaden, Wirtschaftsmigranten, Glücksritter, kommende Sozialschmarotzer, potentielle Kriminelle und mohammedanische Eroberer, die Deutschland und Europa islamisieren wollen.“ [Bild 2]
Nach einer Hacker-Attacke ist die Seite mit dem Text zwischenzeitlich auf dem ursprünglichen Server nicht verfügbar, aber im Internet-Archivdienst „archive.org“ weiter dokumentiert.
Nur wenige Tage später, am 1. Oktober, teilt Sapountzoglou ein Video, in dem behauptet wird, der Islam versuche durch eine höhere Geburtenrate die Weltherrschaft zu übernehmen [Bild 3]

Rechtsextreme und massiv antisemitische Seite

Noch geschmackloser ist allerdings der Link zur Seite „BRD Pseudostaat-Regierung“, den Sapountzoglou am 25. Oktober verbreitet. [Bild 4]
Auf der rechtsextremen und massiv antisemitischen Seite „BRD Pseudostaat-Regierung“ wird etwa der Holocaust in verschiedenen Beiträgen geleugnet, aber auch gegen Juden und Flüchtlinge gehetzt.
Unter anderem findet sich am 28. Oktober auf der Seite ein Text über angebliche wissenschaftliche Untersuchungen, die beweisen sollen, dass in KZ-Gaskammern kein Zyklon B-Giftgas zur Anwendung gekommen sei. Aus rechtlichen Gründen geben wir an dieser Stelle den Text und entsprechende Screenshots nicht wieder. Die Aussagen sind allerdings allesamt dokumentiert.
Dieser Beitrag war kein Ausrutscher: Bereits in der Zeit vorher gab es auf der Seite Beiträge, die den Holocaust leugneten, etwa gleich zweifach am 25.Oktober, also dem Tag, an dem Sapountzoglou die Seite verlinkte.
In anderen Beiträgen auf der Seite wird Adolf Hitler verherrlicht oder rassistische Hetze gegen Juden und Muslime betrieben. Am 23.Oktober wird in einem Beitrag suggeriert, die Aufnahme von Flüchtlingen bringe bewaffnete Terrorbanden nach Europa. Verantwortlich sei Angela Merkel, die – wiederum einem antisemitischen Klischee folgend – den Namen Rothschild bekommt. [Bild 5]
Zur AfD scheinen die Betreiber allerdings ein durchaus freundschaftliches Verhältnis zu haben: Wiederholt veröffentlichen sie zustimmende Kommentare über deren Arbeit, etwa am 29. Oktober über die ausländerfeindliche Demonstration der Partei in Erfurt. [Bild 6]

Wiederholungstäter Sapountzoglou

Zu solch menschenverachtenden Inhalten weist die persönliche Seite eines Mitgliedes des Bottroper Stadtrates den Weg. Gleichermaßen unglaublich wie abstoßend. Das sagt viel über ihn und seine Partei. Das gilt besonders deshalb, weil Sapountzoglou Wiederholungstäter ist: Bereits zuvor war er mit Hetzbeiträgen auf Facebook aufgefallen. So bezeichnete er die Griechen pauschal als „korruptes Volk“, syrische Kriegsflüchtlinge wollte er zur Grünen-Politikerin Claudia Roth nach Hause „weiterleiten“.
Ein schlechtes Gewissen scheint Sapountzoglou nicht zu haben. Als er in der Ratssitzung am 8. Dezember zu einer Stellungnahme seinen Veröffentlichungen aufgefordert wurde, schwieg er beharrlich.

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20 Kommentare
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Patrick Engels aus Bottrop | 27.12.2015 | 01:02  
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Niels Schmidt aus Bottrop | 27.12.2015 | 09:58  
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Niels Schmidt aus Bottrop | 27.12.2015 | 10:00  
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Jürgen Fehst aus Gladbeck | 27.12.2015 | 10:32  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.12.2015 | 13:29  
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Simone Gawantka aus Bottrop | 27.12.2015 | 16:23  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 27.12.2015 | 16:35  
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Sahin Aydin aus Bottrop | 27.12.2015 | 17:02  
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Jürgen Fehst aus Gladbeck | 27.12.2015 | 17:03  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 27.12.2015 | 17:27  
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Jürgen Fehst aus Gladbeck | 27.12.2015 | 17:28  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 27.12.2015 | 19:33  
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Patrick Engels aus Bottrop | 27.12.2015 | 19:52  
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Patrick Engels aus Bottrop | 27.12.2015 | 22:29  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.12.2015 | 22:45  
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Udo Massion aus Gladbeck | 28.12.2015 | 09:11  
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Matthias Gellner aus Bottrop | 30.12.2015 | 08:22  
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