Bergwerke zu Kraftwerken - Minister Johannes Remmel übergibt Förderbescheid

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Umweltminister Johannes Remmel übergab bei seinem Besuch der Zeche Prosper Haniel den Förderbescheid des Landes. (Foto: Michael Kaprol)

Die Landesregierung will die Erforschung neuartiger Energiespeicher für die beschleunigte Energiewende weiter vorantreiben. Dies kündigte Umweltminister Johannes Remmel bei seinem Besuch der Zeche Prosper Haniel an, die dabei eine besondere Rolle spielt.

„Nordrhein-Westfalen ist ein Energieland und wir wollen, dass es das auch in Zukunft bleibt. Daher forciert die Landesregierung den schnellstmöglichen Umstieg auf die Energiestruktur der Zukunft“, sagte Minister Remmel. „Die Vision eines Pumpspeicherwerkes unter Tage kann dabei ein wichtiger Baustein für diesen Umbau unseres Energiesystems sein. Prosper Haniel könnte so vom Bergwerk zum Kraftwerk und zur Batterie werden.

Nur wenige solcher Standorte



Unterirdische Anlagen wie diese können außer im Ruhrgebiet nur an sehr wenigen Standorten in Deutschland realisiert werden, schon darum haben wir eine besondere Verpflichtung, das Vorhaben fortzusetzen“, erklärte der Minister. Daher werde die Landesregierung zusammen mit dem Bund knapp 850.000 Euro an Fördermitteln für die nächste Realisierungsstufe bereitstellen.

Das Umweltministerium hatte 2012 den Startschuss für ein solches Pilotprojekt und eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. In der Studie wurden die Standorte Auguste Victoria in Marl und Prosper Haniel in Bottrop mithilfe von geologischen Untersuchungen auf eine mögliche Nutzung als Speicherkraftwerk untersucht. Begleitend wurde eine Untersuchung zur Akzeptanz von unterirdischen Pumpspeicherkraftwerken durchgeführt. Es empfiehlt die Zeche Prosper Haniel als geeigneten Standort.

Professor André Niemann von der Universität Duisburg-Essen: „Die Ergebnisse stimmen zunächst optimistisch: Der Standort Prosper Haniel ist von seinen Rahmenbedingungen grundsätzlich technisch und geologisch geeignet, die Akzeptanz von unterirdischen Pumpspeicherkraftwerken ist hoch, die Kosten mit oberirdischen Pumpspeicherwerken vergleichbar. Allerdings zeigt die Analyse der Wirtschaftlichkeit auch, dass sich der Bau von unterirdischen sowie oberirdischen Pumpspeicherkraftwerken derzeit nicht lohnt.“

„Der Steinkohlenbergbau verfügt über Infrastruktur und das Know-how, die für einen untertägigen Pumpspeicher erforderlich sind", sagte der RAG-Vorstandsvorsitzende Bernd Tönjes. „So könnte der Steinkohlenbergbau auch nach dem Ende der Förderung im Jahr 2018 einen Beitrag zur Sicherheit der Energieversorgung leisten.“
Auch Oberbürgermeister Bernd Tischler freut sich über das Projekt: „Dieses Thema ist sehr gut in Bottrop als Modellstadt der Innovation City Ruhr aufgehoben. Angesichts des Endes des Steinkohlebergbaus 2018 ist ein solches Vorhaben noch einmal besonders zu begrüßen, denn es handelt sich hier um die Entwicklung von Technik zur industriellen Infrastruktur, die einen Beitrag zum ökologischen Umbau der Energieversorgung leisten kann.“

Energiesysteme der Zukunft


Mit dem neuen Förderbescheid können nun die konkrete Eignung und die Rahmenbedingungen für die Nutzung als unterirdischer Pumpspeicher ausgearbeitet werden. Bei der Konkretisierung des in der ersten Projektphase ausgearbeiteten Konzepts sollen sowohl geologische und wirtschaftliche als auch soziale Aspekte berücksichtigt werden.

„Wir brauchen für unser Energiesystem der Zukunft eine breite Palette von Flexibilitätsoptionen“, betonte Minister Remmel abschließend. „Es liegt nun in der Verantwortung der Bundesregierung, die Hemmnisse für den Ausbau dieser wichtigen Technologie zu beseitigen und eine Perspektive für innovative Energiespeichertechnologien zu schaffen.“
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