Bottroper Hospiz ist auf der Zielgeraden

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  ade eingebogen“, freut sich Thomas Thaka, Verwaltungsleiter des Knappschaftskrankenhauses. Vor fünf Jahren wurde die Idee geboren, die führere Chefarztvilla am Knappschaftskrankenhaus in ein Hospiz umzuwandeln. Am 1. Januar soll der Umbau mit Erweiterung beginnen. Im Herbst nächsten Jahres soll es bezugsfertig sein.

Der Hospizverein und das Knappschaftskrankenhaus bringen das Hospiz gemeinsam auf die Zielgerade. „Die Zimmer sollen nicht wie eine Krankenstation aussehen. Der Wohncharakter soll in dem ehemaligen Einfamilienhaus überwiegen“, so Dr. Klaus Erkrath, Vorstand des Hospiz-Fördervereins.
Die alte Villa Debusmann bleibt weitesgehend bestehen. „So kann das Haus weitesgehend seinen Charme behalten“, ist Oliver Helmke, Vorstandsmitglied und Projektentwickler, überzeugt. Damit genügend Gäste - acht plus eins sollen Raum finden - Platz haben, wird an das Gebäude ein Kubus angebaut. Auf zwei Wohnflächen sollen jeweils drei Zimmer entstehen, zwei Zimmer und eines, das, wenn Bedarf ist, noch belegt werden kann, sind in der ehemaligen Villa. Diverse Rückzugsmöglichkeiten wird es im Haus geben. Auch der Gartenbereich ist, wie das ganze Haus mit Anbau, schwellenfrei.
„Mit dieser Gästezahl hat man bessere Auslastungsmöglichkeiten“, weiß Dr. Klaus Erkrath und ergänzt: „Der Bedarf ist da. Vielen Angehörigen fällt es schwer, einen Hospizplatz in einer anderen Stadt aufzusuchen. Es ist schön, wenn der in Bottrop endlich da sein wird.“
Verlangt ist eine Zimmergröße von zwölf Quadratmetern, im Bottroper Hospiz werden es zwischen 15 bis 18 Quadratmetern werden. Die Hospizbewegung in Bottrop ist 22 Jahre alt. Sie wurde durch die ambulante Hospizgruppe gegründet. Seit zwölf Jahren gibt es den Förderverein, der Mittel für das Hospiz sammelt. 350.000 Euro sind bislang in der Kasse.
„Wir sind den vielen Spendern sehr dankbar“, so Tatka. „Peter Stadtmann von der Alten Apotheke hat sich mit den City-Läufen sehr für unser Projekt eingesetzt.“ Um das ganze umsetzen zu können, wird eine Trägergesellschaft als GmbH gegründet, einziger Gesellschafter ist der Förderverein. Die Gemeinnützige Gesellschaft mit einem Beirat aus Knappschaft, ambulanter Hospiz und Förderverein wird den Baukörper errichten. Anstelle von Miete wird Erbpacht gezahlt.
„Wir haben Gelder für Rücklagen gesammelt. Zur Zeit sind die Bankfinanzierungen für Häuslebauer relativ günstig. Aber wir hoffen auf günstige Handwerker. Vielleicht gibt es welche, die uns zum Selbstkostenpreis unterstützen möchten“, hofft Helmke.
20 bis 30 Prozent der Betriebskosten müssen über das Ehrenamt gesammelt werden. Synergieeffekte wird es durch das Krankenhaus in der Nachbarschaft geben: Das Pflegepersonal ist hier aus rechtlichen Gründen außen vor, aber bei Artikeln aus dem Pflegebedarf, beim Essen oder bei der Wäsche wird man kooperieren.
Im Hospiz bekommen unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase eine respektvolle und kompetente Betreuung: „In Würde bis zuletzt leben“, das wollen wir unseren Patienten ermöglichen“, sagt Erkath.
Konfessionell ist das Hospiz nicht gebunden. „Aber ein bisschen Christsein schadet nichts - vielen Christen kommt in ihrer letzten Lebensphase die Erinnerung. Das kann sehr tröstlich sein. Aber wir sind natürlich auch offen für Muslime, Hindus oder Glaubenslose.“
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