Hässliches Entlein wird zum Schwan

Es bewegt sich doch. Das Schmuddelkind der Bottroper Innenstadt erlebt seine Widerauferstehung: Bis 2013 soll das Hansa-Zentrum zu einer modernen Shopping-Mall werden. (Foto: Foto: Kappi)
 
Vertreter des Investors und der Stadt stellten im Rathaus die Pläne für dem Umbau des Hansa-Zentrums vor. (Foto: Kappi)
Bottrop: Hansazentrum | Und es bewegt sich doch. Worauf viele in Bottrop lange gewartet haben, wird jetzt wahr: Das Hansa-Zentrum wird komplett saniert. Die Stadt und der Investor Apollo-Redos haben den Startschuss gegeben, ab Herbst haben die Handwerker das Sagen. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2013 geplant.

von Judith Schmitz

„Der Stein der Erleichterung ist uns krachend vom Herzen gefallen“, räumt der Technische Beigeordnete Norbert Höving ein. Keine Frage also, dass der Bauantrag zügig überprüft und genehmigt wird. Immer wieder hatte es Verzögerungen mit der schon lange geplanten Sanierung gegeben, weil kein „Ankermieter“ bereit war, zu unterschreiben. „Sie sehen heute einen freudig gestimmten Oberbürgermeister“, erklärte Bernd Tischler bei der Bekanntgabe der Pläne. „Wir haben zu Recht den ganzen Grüne-Wiese-Überlegungen der vergangenen Jahre widerstanden.“
Nun hat das Hansa-Zentrum mit dem Elekronik-Riesen „Saturn“, der rund 3.600 Quadratmeter Fläche einnehmen wird, und der Modekette „Kult/Olymp & Hades“ (circa 1.100 Quadratmeter) gleich zwei Zugpferde gefunden. Für Saturn wird sogar ein weiteres Geschoss aufgesetzt, das der Markt beziehen wird.
In der geplanten Shopping-Mall werden rund 11.000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Neben den beiden Ankermietern sollen etwa 30 Filialisten aus den Bereichen Textil, Schuhe, Schmuck, Wohnaccessoires sowie Restaurants und Cafés das neue Angebot abrunden. Mit rund 240 Stellplätzen bietet die Tiefgarage, die ebenfalls saniert wird, genügend Park-raum für die Kunden.
„Das Hansa-Zentrum stammt aus den 70er Jahren und ist sichtbar ein Kind seiner Zeit“, sagt Beate Steinrücken vom Architekturbüro RKW Rhode Kellermann Wawrowsky aus Düsseldorf. Mit einem Investitionsvolumen von rund 50 Millionen Euro wird Apollo-Redos das Gebäude komplett sanieren. Entstehen sollen neues Design, große Glasfronten, eine lichtdurchflutete Rotunde und drei großzügige Verkaufsebenen. Drei Etagen im Gebäude am Berliner Platz stehen darüber hinaus für Arztpraxen, Büros und Wohnungen zur Verfügung.
Der Zugang zum Hansa-Zentrum erfolgt jeweils ebenerdig vom Berliner Platz oder der Hansastraße aus. „Bottrop hat eine topografische Besonderheit, Steigungen und Gefälle. Diese werden im Gebäude am Eingang mit kaum wahrnehmbaren Rampen ausgeglichen.“
Im Inneren treffen sich beide Ebenen in der Mitte, die von einer großen Glaskuppel überwölbt wird und Tageslicht hereinlässt. Von diesem Punkt aus verbinden Fahrstühle und Rolltreppen die verschiedenen Etagen. „Zum Berliner Platz hin wird das Gebäude großzügig verglast“, erläutert die Architektin weiter. Die historische Fassade am Eingangsbereich Hansastraße bleibt erhalten, das Portal wird modernisiert.
Zurzeit wird überlegt, ob es einen Zugang vom Hansa-Zentrum zum benachbarten Modeladen H&M geben könnte. „Das wäre unser absoluter Wunsch,“, betont Ulrike Schmitz, zuständige Projektleiterin bei Redos Real Estate in Hamburg. Auch eine Anbindung an das Karstadt-warenhaus in Gestalt eines mit Glas überdachten Weges wird ins Auge gefasst.
Keinen Zugang zum Hansa-Zentrum wird es jedoch von der Spielhalle geben, die auf der Fläche des ehemaligen Supermarktes im Tiefgeschoss entsteht. „Wir wollen keine Spielhalle im Hansa-Zentrum haben“, sagt Oliver Hermann, Geschäftsführender Gesellschafter bei Redos Real Estate, entschieden. Der Eingangsbereich ist am Altmarkt geplant.
Den wenigen noch im Hansa-Zentrum verbliebenen Geschäften wurde gekündigt. „Wir möchten natürlich so schnell wie möglich mit den Arbeiten beginnen“, fährt Oiliver Herrmann fort. Die Arztpraxen können allerdings den Betrieb auch während dieser Zeit weiterführen. „Das Interesse der möglichen Mieter ist groß“, erklärt Ulrike Schmitz. MacPaper und Backwerk haben bereits neue Verträge abgeschlossen.
Um die Bottroper - ähnlich wie bei den bereits abgeschlossenen Maßnahmen - auf dem Laufenden zu halten, ist eine „Infobox“ in Planung.
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1 Kommentar zum Beitrag
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Franz Burger aus Bottrop am 27.07.2011 um 19:38 Uhr  
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