Lassen Kraft und Tischler Bottroper Kinder zurück? - Ratsanfrage der LINKEN

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„Kein Kind zurücklassen!“ – so lautete eines der wirkungsvollsten Wahlversprechen von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Landtagswahlkampf 2012.

„Kein Kind zurücklassen!“ – so lautete eines der wirkungsvollsten Wahlversprechen von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft im Landtagswahlkampf 2012.
Ganz anders klingen jetzt aber die Aussagen in frisch veröffentlichten Studien der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zur „Kinder- und Familienarmut“: Danach ist jedes sechste Kind in Deutschland, jedes fünfte Kind in NRW und jedes vierte Kind im Ruhrgebiet armutsgefährdet. Weit schlimmer noch: Diese armutsgefährdeten Kinder blieben bei Schuleingangsuntersuchungen deutlich hinter anderen Kindern zurück.
Dies nimmt die Bottroper LINKE zum Anlass einer umfangreichen Ratsanfrage an Oberbürgermeister Bernd Tischler zur Situation in Bottrop.

Armutsgefährdete Kinder liegen deutlich zurück

Aus den Studien zur „Kinder- und Familienarmut“ geht hervor, dass armutsgefährdete Kinder bei Schuleingangsuntersuchungen deutlich hinter anderen Kindern zurückbleiben:
• 43 Prozent sprechen mangelhaftes Deutsch, dreimal so viel wie bei anderen Kindern;
• 28 Prozent haben Probleme beim Zählen, zweieinhalbmal so viel wie sonst;
• 25 Prozent haben Probleme mit der Körperkoordination, zweimal so viel wie üblich.

Vor diesem Hintergrund will LINKEN-Ratsgruppen-Sprecher Christoph Ferdinand von OB Tischler unter anderem wissen:
Wieviele Kinder in Bottrop sind armutsgefährdet?
Wie hat sich der Anteil der armutsgefährdeten Kinder in Bottrop gegenüber dem Zeitpunkt vor der Einführung von Hartz IV verändert?
Gibt es in Bottrop statistisch signifikante Unterschiede bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen armutsgefährdeten Kindern und nicht-armutsgefährdeten Kindern hinsichtlich des deutschen Sprachvermögens, der Fähigkeit zu zählen und der Körperkoordination?
Was hat die Stadt Bottrop konkret unternommen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern?
Wie hat sich der Haushaltsansatz für die Kinder- und Jugendhilfe in Bottrop seit der Einführung von Hartz IV entwickelt?

Wortlaut der Ratsanfrage:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Mitte Mai dieses Jahres veröffentlichten Studien der Bertelsmann-Stiftung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung „Kinder- und Familienarmut“ und „Kinder. Armut. Familie“ zeigen auf, dass jedes sechste Kind in Deutschland, jedes fünfte Kind in NRW und jedes vierte Kind im Ruhrgebiet armutsgefährdet ist, also in einer Familie lebt, die von weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens und/oder von ALG II leben muss.

Aus diesen Studien geht des Weiteren hervor, dass armutsgefährdete Kinder bei Schuleingangsuntersuchungen deutlich hinter anderen Kindern zurückliegen:
• 43 Prozent sprechen mangelhaftes Deutsch, dreimal so viel wie bei anderen Kindern;
• 28 Prozent haben Probleme beim Zählen, zweieinhalbmal so viel wie sonst;
• 25 Prozent haben Probleme mit der Körperkoordination, zweimal so viel wie üblich.

Vor diesem Hintergrund bitte ich um Beantwortung folgender Fragen:
a) Wieviele Kinder in Bottrop sind im Sinne der o.g. Definition armutsgefährdet?
Wie groß ist ihr Anteil an allen Kindern in Bottrop?
b) Wie hat sich der Anteil der armutsgefährdeten Kinder in Bottrop gegenüber dem Zeitpunkt vor der Einführung von Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) verändert?
c) Gibt es in Bottrop statistisch signifikante Unterschiede bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen armutsgefährdeten Kindern und nicht-armutsgefährdeten Kindern hinsichtlich des deutschen Sprachvermögens, der Fähigkeit zu zählen und der Körperkoordination?
Gibt es statistisch signifikante Unterschiede bei weiteren untersuchten Merkmalen?
d) Wie haben sich solche statistisch signifikanten Unterschiede gegenüber dem Zeitpunkt vor der Einführung von Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) verändert?
e) Gibt es in Bottrop statistisch signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtbezirken und Stadtteilen bei der Schuleingangsuntersuchung zwischen armutsgefährdeten Kindern und nicht-armutsgefährdeten Kindern hinsichtlich des deutschen Sprachvermögens, der Fähigkeit zu zählen und der Körperkoordination?
Gibt es statistisch signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtbezirken und Stadtteilen bei weiteren untersuchten Merkmalen?
f) Wenn es solche statistisch signifikanten Unterschiede geben sollte:
Was hat die Stadt Bottrop konkret unternommen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern?
Wurden hierbei Stadtbezirks- bzw. Stadtteil-spezifische Schwerpunkte gesetzt? Wenn ja: Welche und in welchem Umfang?
g) Wie hat sich der Haushaltsansatz für die Kinder- und Jugendhilfe in Bottrop seit der Einführung von Hartz IV (Stichtag: 31.12.2004) entwickelt:
- in Euro-Beträgen?
- in prozentuellem Zuwachs bzw. Rückgang : nominell und real (zu Preisen von 2004)?
- gemessen als Anteil am Gesamt-Haushalt?
h) Welche weitere Entwicklung für den Haushaltsansatz für die Kinder- und Jugendhilfe wird in Bottrop einerseits mit Blick auf die oben skizzierte erschreckende Entwicklung, andererseits mit Blick auf den Haushaltssanierungsplan bis 2020 angestrebt?
- in Euro-Beträgen?
- in prozentuellem Zuwachs bzw. Rückgang : nominell und real (zu Preisen von 2004)?
- gemessen als Anteil am Gesamt-Haushalt?

Für eine Beantwortung auch auf elektronischem Wege wäre ich dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Ferdinand
DIE LINKE im Rat der Stadt Bottrop
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