Volles Haus beim Vortrag von Prof. Jörg Meuthen

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Gelsenkirchen. Bei seinem Vortrag am Donnerstag betonte AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen das freiheitliche Element seiner Partei. Mehr als 300 Zuhörer ließen sich von einem kleinen Grüppchen linker Störer nicht beeindrucken.

Das kleine Grüppchen linker Gegendemonstranten, das sich zum „Trommeln gegen Rechts“ verabredet hatte, sorgte schon vor dem Beginn der Veranstaltung am frühen Donnerstagabend für entsprechende Polizeipräsenz. Die mehr als 300 Zuhörer, die den Vortrag von AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen zum Thema „Die AfD auf dem Weg zur neuen Volkspartei“ im Gelsenkirchener Maritim-Hotel hören wollten, ließen sich davon aber nicht beeindrucken. Stetig füllte sich der Saal; als der erste Redner ans Mikrophon trat, waren freie Plätze Mangelware.

Vor Meuthens Rede überbrachte AfD-Landessprecher Martin Renner das Grußwort des Landesvorstandes und sorgte damit schnell für die entsprechende Stimmung im Publikum: Die AfD werde eine Volkspartei, „weil alle anderen Volksparteien das Volk verarschen“. Und das Hauptziel der Partei sei, „die linksideologische Indoktrination in diesem Land“ zu bekämpfen. Seine kurze Rede wurde mit starkem Beifall bedacht. Seinen vermeintlichen Landsmann Meuthen begrüßte der in Baden-Württemberg geborene Renner auf schwäbische Art: „Grüß Gott.“ Der baden-württembergische AfD-Chef offenbarte jedoch nordrhein-westfälische Wurzeln: „Ich bin ein Essener Jung.“

„Merkel hat Retteritis“

Auch wählte Jörg Meuthen bei seinem Vortrag einen anderen Ansatz und wandte sich schon bei seiner Begrüßung an jene Interessierte, die zum ersten Mal eine AfD-Veranstaltung besuchten. Er sprach über das „Entsetzen“, das die „von Sieg zu Sieg eilende“ AfD auslöse und das jetzt dazu führe, „dass fast alle miteinander koalieren, nur damit die AfD nicht beteiligt wird“. Für die Bevölkerung bestehe aber „kein Anlass zum Fürchten“, wohl aber für die politische Konkurrenz. Meuthen vermied den Begriff „Altparteien“, erläuterte aber die Definition des Begriffes Kartell als ein Zusammenschluss von Unternehmen des gleichen Wirtschaftszweiges, die durch Preisabsprachen die Konkurrenten auszuschalten versuchen, um zu erklären, warum er die meisten etablierten Parteien als „Kartellparteien“ bezeichne. An der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ er kein gutes Haar: „Die Krankheit von Angela Merkel hat einen Namen: Retteritis. Sie will immer irgendwas retten, nur dass der Zustand danach noch schlimmer ist.“

Nur kurz vor dem AfD-Programmparteitag in Stuttgart skizzierte Jörg Meuthen, wie er sich seine Partei zukünftig vorstellt: konservativ, freiheitlich und patriotisch. Beim letzten Punkt korrigierte er sich jedoch schnell und sprach vom „weltoffenen Patriotismus“, um dann sofort darauf hinzuweisen, dass der Begriff „weltoffen“ nicht so zu verstehen sei, wie er derzeit von den Linken verwendet werde. Meuthen betonte mehrfach, dass Patriotismus und die Vertretung nationaler Interessen völlig normal sind, den Grünen warf er „ein krankes Verhältnis zum eigenen Land“ vor. Er blieb bei seinem Vorstoß, dass beim Umgang mit der deutschen Geschichte auch an positive Elemente erinnert werden müsse. Dies sei aber keine Rücknahme oder Verdrängung der Erinnerung an die NS-Verbrechen; die Erinnerungskultur im Zusammenhang mit dem National-Sozialismus sei wichtig und auch Teil seines Patriotismus. „Mir geht es lediglich darum, dass unsere Geschichte nicht auf zwölf Jahre verengt wird“, sagte Meuthen später gegenüber NRW.direkt.

„Und das sage ich Ihnen als PolitikerIn“

Der Freiheitsbegriff, eigentlich kein typisches Merkmal von AfD-Veranstaltungen, wurde von dem als wirtschaftsliberal bekannten Professor mehrfach hervorgehoben. Er betonte aber auch, dass das Soziale in Deutschland Tradition habe und nicht vernachlässigt werden dürfe. Ein Balanceakt, der dem näher kommenden Bundesparteitag geschuldet sein dürfte, auf dem Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern staatlicher Fürsorge und Wirtschaftsliberalen erwartet werden. Umso konkreter wurde Jörg Meuthen, als er erläuterte, wie er sich das konservative Profil der AfD vorstelle. Seine humorvollen Seitenhiebe auf das Gender-Mainstreaming, etwa wie er bei Facebook „zur PolitikerIn gemacht wurde“, sorgten dabei mehrfach für gelöste Stimmung und spontanen Beifall im Saal. „Ich kann diese grauenhaften Verstümmelungen unserer wunderschönen deutschen Sprache nicht mehr ertragen.“

„Der Islam gehört nicht zu Deutschland“

Auch die Themen Zuwanderung und Islam blieben bei seinem Vortrag nicht außen vor. Meuthen erläuterte, dass sich „moderne Konservative nicht grundsätzlich gegen Zuwanderung aussprechen, sich aber einer völlig unkontrollierten Zuwanderung aus einem anderen Kulturkreis widersetzen“. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die Religionsfreiheit ein hohes Gut und es ein Faktum sei, dass Muslime in Deutschland leben. „Als moderne Konservative haben wir die Pflicht, religiöse Minderheiten zu schützen.“ Dazu gehöre auch, dass Muslime ihre Religion ebenso leben können, wie er sein Christentum. Er forderte jedoch „die völlige Einhaltung unserer Gesetze“ und betonte, dass „die Leitkultur eben nicht der Islam ist, sondern unsere christlich-abendländische Kultur“. Stürmischer Applaus brach los, als Jörg Meuthen den Satz aussprach, auf den alle gewartet hatten: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“

Antifa will stören

Etwa nach der Hälfte seines Vortrages gab es einen kleinen Tumult, weil plötzlich fünf Gegendemonstranten im Vorraum des Saales auftauchten. Da es sich jedoch um eine öffentliche Veranstaltung handelte und sich alle ausweisen konnten, mussten sie hereingelassen werden. Zwei von ihnen zeigten deutsche Papiere vor, einer hatte türkische, einer wies sich als Asylbewerber aus und ein Demonstrant als in Deutschland geduldete Person. Nachdem von Seiten der AfD schnell ein entsprechendes Aufgebot zusammengezogen wurde, verließen die Gegendemonstranten das Gebäude aber wieder freiwillig. Im Eingangsbereich entrollten sie eine Antifa-Flagge, Polizisten sorgten jedoch sofort für die entsprechende Bewachung.

Nach seiner rund 75-minütigen Rede wurde Jörg Meuthen mit stehendem Beifall verabschieden. Er nutzte das für eine letzte humorvolle Spitze gegen die etablierte Politik: „Bitte unter neun Minuten bleiben. Wir sind hier nicht bei der CDU.“ Danach bat Jan Preuß, Sprecher des AfD-Bezirksverbandes Münster, seine Parteifreunde darum, sich einem WDR-Kamerateam für Interviews zur Verfügung zu stellen. Der Sender habe „eine faire und neutrale Berichterstattung versprochen“. Ein Versprechen, das im Saal für spontane und lautstarke Heiterkeit sorgte.

Quelle: Peter Hemmelrath NRW direkt

Hier geht es zum Video des Vortrags.

https://drive.google.com/folderview?id=0B2c0qatah8...
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