Von der KPD über die DKP zur LINKEN gekommen: Gedenkveranstaltung für Manfred Kapluck

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„Mit Manfred Kapluck verlieren wir eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte und der politischen Linken in Deutschland.“

Mit einer bewegenden Gedenkfeier am Sonntag im Essener „Rheinischen Hof“ nahm DIE LINKE Abschied von Manfred Kapluck, der eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten in ihren Reihen und von 2009 bis zu seinem Tod Mitglied des LINKEN-Kreisverbandes Bottrop war.
Wie erst Anfang März bekannt wurde, verstarb der ehemalige hohe FDJ-, KPD- und DKP-Funktionär bereits im Dezember letzten Jahres mit 85 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.

Stationen aus Kaplucks politischem Leben

Manfred Kapluck war Mitbegründer der FDJ und Mitglied der KPD bis zum Verbot 1956 und arbeitete danach in der Illegalität weiter. In dieser Zeit bekam er den Decknamen „Chapel“, auf Ruhrisch „Scheppel“, den er als Spitznamen auch danach beibehielt.
1960 wurde er Mitglied des Zentralkomitees der illegalen KPD.
1961 war er Mitbegründer der Deutschen Friedensunion, arbeitete später für den „Studenten-Kurier“ und anschließend für das APO-Organ „Konkret“.
1967 war Kapluck einer der Verhandlungsführer gegenüber dem Innenministerium um die Wiederzulassung einer kommunistischen Partei, nach der DKP-Gründung für 12 Jahre Vorsitzender des DKP-Bezirks Ruhr-Westfalen und Präsidiumsmitglied. Nach 1990 arbeitete er für die Marx-Engels-Stiftung in Wuppertal. 2006 verließ er die DKP und setzte nunmehr seine politischen Hoffnungen auf DIE LINKE.

Langjährige Weggefährten über Kapluck

Eingeladen zur Gedenkfeier hatte der Essener LINKEN-Kreissprecher Michael Steinmann. Der frühere langjährige Vorsitzende des DKP-Bezirks Hamburg und heutige Frankfurter LINKEN-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Gehrcke sowie die Berliner Schriftstellerin Erika Runge, die vor allem mit ihrem Interview-Band „Bottroper Protokolle“ bekannt wurde, hatten es sich nicht nehmen lassen, an der Veranstaltung teilzunehmen.

„Mit ihm verlieren wir eine der schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte und der politischen Linken in Deutschland“, so Steinmann. Immer wieder habe Kapluck auf ein Dutschke-Zitat als Grundregel für erfolgreiche politische Arbeit verwiesen: „Die Leute wollen nicht belehrt werden, sondern mitdenken.“
Runge bezeichnete Kapluck als „große menschliche und organisatorische Koryphäe“. Gehrcke erklärte: „An Kapluck haben sich in der kommunistischen Bewegung immer die Geister geschieden. Der war nie stromlinienförmig.“

Bottroper Perspektive

Aus der Perspektive der Bottroper LINKEN, Kaplucks letzter politischer Station, ergänzte Kreissprecher Günter Blocks: „’Chapel' war für uns ein gefragter Gesprächspartner, vor allem, wenn es um die Nachkriegs-Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung ging. Und er war ein guter Zuhörer und faszinierender Redner, vor allem aber auch ein freundschaftlich verbundener Mitstreiter."
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1 Kommentar
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Günter Blocks aus Bottrop | 08.04.2015 | 00:50  
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