Neues Konzept für Erste Hilfe

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Der Ausbildungsbereich hat gleich mehrere Puppen zur Verfügung, an denen die Erste-Hilfe-Kursteilnehmer die Mund-zu-Mund-Beatmung üben können.
Bottrop: Malteser Schulungszentrum | Die erfolgreiche Arbeit des Malteser Hilfsdienstes lässt sich auch in Zahlen belegen. Nach Auswertung der statistischen Unterlagen für das vergangene Jahr konnte Carsten Pietroscewsky, der Stadtbeauftragte der Malteser in Bottrop, eine aus seiner Sicht „faustdicke Überraschung“ präsentieren.

Immerhin um die 1.200 Menschen sind durch den hiesigen MHD im Berichtszeitraum in Erster Hilfe ausgebildet worden.

„Das sind so viele wie noch nie zuvor“, freute sich Pietroscewsky und schob nach: „Das ist eine Steigerung um 30 Prozent im Vergleich zu 2013.“

Erklärtes Ziel bleibt für das Ausbildungsteam: Möglichst viele Menschen dazu auszubilden, „anderen in einem lebensbedrohlichen Notfall effektiv helfen zu können, bis der Rettungswagen eintrifft.“ Ein Anliegen, das bei der Gründung der Malteser-Dienststelle im Jahr 1964 ganz oben auf der Agenda stand und nach wie vor Gültigkeit hat.

Dass nun am Ende dieses Jahres der bisherige Rekord geknackt werden kann – da ist sich Pietroscewsky absolut sicher. Immerhin findet im April so etwas wie eine Revolution der Ausbildung statt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), in der der Arbeiter-Samariter-Bund, die DLRG, das DRK, die Johanniter-Unfall-Hilfe und eben auch die Malteser zusammengeschlossen sind, „hat ein grundlegend neues Ausbildungskonzept erarbeitet“, so der MHD-Stadtbeauftragte. Es sei mit Notfallmedizinern und Pädagogen sowie mit den Berufsgenossenschaften abgestimmt.

Unter dem Strich: Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird praktischer und insgesamt zeitlich gerafft. Bisher war ein Kursus auf zwei Tage ausgelegt, jetzt soll die Materie an einem Tag vermittelt werden.
Reagiert wurde damit bei der BAGEH auf die Kritik, das bisherige System sei zu langatmig. Damit komme man den Teilnehmern einerseits und den Arbeitgebern andererseits entgegen, beschrieb Carsten Pietroscewsky die Situation.

Was rette wirklich Menschenleben und was könne der Ersthelfer tatsächlich tun? Diese Frage bleibe auch bei der Kurs-Konzentration auf einen Tag die einzige und wesentliche Frage.

So heißt es denn in Zukunft: Ein Tag, mit dem man Leben retten kann. Eine Lösung, die auch von Klaus Wieczorek unterstrichen wird. Er ist Ausbilder bei den Maltesern. Bereits nach der ersten Doppelstunde, so sagt er, „beherrschen die Teilnehmer zukünftig die Herzmassage“. Damit werde aus seiner Sicht eine wesentliche Fähigkeit, Leben zu retten, direkt zu Beginn des Kurses vermittelt. Alle wichtigen Themen – beispielsweise vom Druckverband über die Seitenlage bis hin zur Mund-zu-Mund-Beatmung – bleiben bei den verkürzten Kursen erhalten. Insgesamt Maßnahmen, die im Notfall Leben erhalten können. „Nach wie vor vermitteln wir unseren Kursteilnehmern Sicherheit und Handlungskompetenz bei ihren jeweiligen Rettungsaktionen“, so Carsten Pietroscwesky.

Wichtig sei, so der Stadtbeauftragte weiter, dass die erworbenen Erste-Hilfe-Kenntnisse mindestens alle zwei Jahre aufgefrischt werden. Ebenso wichtig sei es, einen Kursus bei den Maltesern zu belegen und damit ein potentieller Lebensretter zu werden.

Die Formel, die an der Scharfstraße Gültigkeit hat: Es gibt nur einen Fehler im Notfall – nichts zu tun.

Das neue Kurskonzept wird bereits umgesetzt.

Anmeldungen zu den Kursen (und weitere Informationen) sind unter http://www.malteser-bottrop.de oder per E-Mail an ausbildung@malteser-bottrop.de möglich.

Übrigens:
Nach wie vor führen die Malteser unter der Leitung von Petra Kräft auch Kurse in Kindergärten oder Grundschulen durch. Dort wird den Kindern vermittelt, wie ein Notruf abgesetzt, ein Pflaster geklebt, Hilfe geholt oder auch getröstet wird.
Auch Schulungen für Erzieherinnen und die Ausbildung von Schul-Sanis bleiben im Malteser-Programm.
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