"Unnütz oder unumgänglich?" Wer braucht wann welche Versicherung - die VBZ klärt auf

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist momentan besonders gefragt. Vor dem Abschluss sollte man sich aber Zeit nehmen, denn heute sind mehr Alternativprodukte auf dem Markt. (Foto: Archiv)
Bottrop: Verbraucherzentrale NRW |

Welche Versicherungen sind notwendig und welche absolut überflüssig? Im Dschungel der Tarife, Leistungen und unterschiedlichen Produkte können Verbraucher schnell den Durchblick verlieren. Je nach Altersgruppe und Lebensstandard gibt es einen unterschiedlichen Versicherungsbedarf, eine junge Familie benötigt einen anderen Versicherungsschutz als ein Student oder Rentner, weiß die Verbraucherzentrale NRW.

Dazu sollte eine Versicherung immer aktualisiert, das heißt den sich ändernden Lebenssituationen angepasst werden. „Und da hapert es bei den meisten Versicherten“, weiß Versicherungs- und Rentenberater Marco Krieter.

„Versicherte sind zu passiv“

„Viele sind nicht ausreichend versichert, haben zu wenig Versicherungen abgeschlossen oder bekommen schlechte Leistungen.“ Das liege in den meisten Fällen daran, dass sich die Verbraucher nicht genug mit dem Thema befassen und beispielsweise ihre alten Verträge nicht mehr kennen. Denn was vor Jahren oder sogar Jahrzehnten unterschrieben wurde, muss heute längst nicht mehr gültig sein. „Wer optimal versichert sein möchte, muss aktiver werden“, so der Experte, der in einer persönlichen Beratung nicht bloß die Notwendigkeit der Versicherung, sondern auch die Qualität der Produkte (Preis-Leistungsverhältnis, Mängel im Vertrag) überprüft und nach individuellen Alternativen sucht.
In den letzten Jahren habe aber der Anteil derjenigen, die sich vor dem Abschluss eines Vertrags befinden, deutlich zugenommen. Besonders gefragt seien momentan die Kapitallebensversicherung und der komplette Versicherungscheck. Vor dem Abschluss der wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU-Versicherung) sollte man sich Zeit nehmen, heute sind mehr Alternativprodukte auf dem Markt.

Einfache Tipps

Ein paar einfache Tipps könne aber jeder auch ohne ein persönliches Beratungsgespräch beherzigen. „Eine Glasbruchversicherung ist für den Großteil der Verbraucher unnütz“, erklärt Marco Krieter. „Es sei denn, man ist Kunstsammler.“ Auch von einer Reisegepäckversicherung könne er in den meisten Fällen abraten: „Die ist derart ausgehöhlt, dass sie selten greift.“ Nach der Änderung des Versicherungsvertragsgesetztes 2008 sollten kaskoversicherte Kfz-Führer zudem auf die zusätzliche Option „Verzicht auf Einrede grober Fahrlässigkeit“ achten. So können sie im Schadensfall auch dann die volle Kostenerstattung erwarten, wenn dieser als Folge einer groben Fahrlässigkeit entstanden ist.

Kostenlose Informationen und Tests zum Thema hält die Verbraucherzentrale NRW, Ernst-Wilczok-Platz 1, bereit. In einem persönlichen Gespräch beantwortet Experte Marco Krieter alle Fragen zum Versicherungsschutz, prüft bestehende Verträge und berät vor Vertragsabschlüssen. Die Termine sind unter Tel. 5671601 anmeldepflichtig, die Kosten für eine halbe Stunde Beratung betragen 40 Euro.
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