Verkehrsunfallbericht 2016: Zahl der Unfälle gestiegen

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Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen. Foto: Polizei

Weniger verletzte Kinder und Motorradfahrer, aber mehr Unfälle: Am vergangenen Montag präsentierte Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen den Verkehrsunfallbericht 2016 für Recklinghausen und Bottrop der Öffentlichkeit.

"Die Straßen im Präsidialbereich Recklinghausen gehören auch weiterhin zu den sichersten im Land NRW. Das Risiko im Straßenverkehr zu verunglücken liegt 25% unter dem Landesschnitt", stellte Zurhausen fest. Zu den erfreulichen Entwicklungen des vergangenen Jahres zählte sie den Rückgang von verletzten Kindern, die auf ihrem Schulweg verunglücken. "Positiv ist auch der Rückgang der verunglückten motorisierten Zweiradfahrer. Im letzten Jahr starb kein Motorradfahrer im Straßenverkehr, nachdem 2015 noch sechs Biker ums Leben kamen".

Als negative Entwicklungen des Vorjahres nannte Zurhausen die deutliche Zunahme der Verkehrsunfälle sowie die größere Zahl an Verunglückten. Nachdem es mit 19.170 Verkehrsunfällen im Jahr 2015 den zweit-niedrigsten Stand seit 10 Jahren gegeben habe, sei im Jahr 2016 ein Anstieg um 11,6% auf 21.396 Unfällen feststellbar (+ 2.226 Unfälle). Fehler beim Abbiegen und Wenden sind mit einem Anteil von etwa 40% die häufigste Hauptunfallursache. Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen zumindest ein Beteiligter unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder anderer berauschender Mittel stand, nahm im letzten Jahr ebenfalls deutlich zu.

Sorgen macht der Polizei die Zunahme der verletzten Kinder, die in ihrer Freizeit verunglückten. Diese stünden immer weniger Schulwegunfällen entgegen, wozu auch die polizeiliche Präventionsarbeit beigetragen habe. Die Verkehrserziehung bleibe daher ein wichtiger Schwerpunkt der amtlichen Arbeit.

Eine allgemeine Verrohung stellte die Präsidentin auch im Verkehrsgeschehen fest: "Eine in vielen Bereichen der Gesellschaft festzustellende Respektlosigkeit spiegelt sich auch bei den Verkehrsunfallfluchten wider. So haben nicht nur die Unfallfluchten mit Sachschaden deutlich zugenommen; auch die Bereitschaft, verletzte Personen nach einem Unfall einfach zurück zu lassen, ist gestiegen. Diese Entwicklung finde ich erschreckend", betonte Zurhausen.

"Die sichere Teilnahme am Straßenverkehr wird auch 2017 polizeiliche Kernaufgabe und somit ein zentrales Thema für die Polizei sein. Die Sicherheit von Kindern im öffentlichen Straßenverkehr sowie das Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stehen dabei besonders im Fokus", so die Polizeipräsidentin.
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