Zwei neue Blitzer in Bottrop: Gezielte Aktionen gegen Raserei

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Vor dem Berufskolleg an der Gladbecker Straße wird das zu schnelle Fahren teuer. (Foto: Michael Kaprol)
Die Stadt stellt neue Blitzer auf. Es handelt sich um stationäre Anlagen mit moderner Laser-Technik. Die grünen „Tower“ werden am 11. und 12. April an zwei Standorten scharf geschaltet: An der Gladbecker Straße in Höhe der Berufsschule und an der Friedrich-Ebert-Straße in Höhe der Marie-Curie-Realschule – jeweils zwei Säulen für beide Fahrtrichtungen. Wer dann schneller als 50 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Der Entscheidung für die neuen Anlagen geht die Erstellung eines Verkehrssicherheitskonzeptes voraus, mit dem die Politik das Straßenverkehrsamt vor zwei Jahren beauftragt hat. Daraufhin untersuchte die Stadtverwaltung Hauptstraßen im gesamten Stadtgebiet, an denen sich Zusammenstöße häufen, schwere Unfälle passieren und es wiederholt zu gefährlichen Situationen kommt. „Auffällig waren die Gladbecker Straße, die Friedrich-Ebert-Straße und der Westring“, resümiert Straßenverkehrsamtsleiterin Monika Werwer. Allerdings sei bei letzterem beobachtet worden, dass Temposünder insbesondere zwischen 5 und 6 Uhr morgens unterwegs seien. „Wir überlegen – zusammen mit der Polizei – der Raserei mit gezielten Aktionen entgegenzuwirken. Eine Radaranlage wäre hier nicht verhältnismäßig “, sagt Werwer.
Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass Verstöße großenteils in der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr sowie an Wochenenden an den Hauptverkehrsstraßen begangen werden, also außerhalb der Einsatzzeiten der zwei städtischen Radarwagen. Werwers Fazit: „Das kriegen wir nicht mehr bedarfsgerecht mit unserem Personal hin.“ Die neuen Tower hat die Stadt für fünf Jahre von der Firma Vetro aus Wismar gemietet. Werwer rechnet mit rund 20.000 Fotos jährlich. "Wie es danach weitergeht, hängt dann von unseren Erfahrungen ab."
Um die Zahl der Tempoverstöße zu senken, kontrollieren an der B224 zwei Starenkästen die Geschwindigkeit. Mittlerweile, so Werwer, habe sich die Zahl nach einem anfänglichen Hoch eingependelt. Im Jahr 2013 waren es 117.000 Fälle, aktuell gäbe es 95.000 Fälle pro Jahr. "Es ist zu erkennen, dass die Überwachung wirkt." Im Jahr 2016 machten das Einnahmen von circa 2,4 Millionen Euro. Allerdings habe die veraltete Technik bald ausgedient, Ersatzteile werden dann nicht mehr erhältlich sein. Daher fiel die Entscheidung auf die modernen Blitzersäulen und die mobile Stativkamera, hinter denen ein kompatibles System steckt.
Im Vergleich zu den Starenkästen arbeiten die modernen „Tower“ mit einer Laser-Technik. Vorteilhaft an dem neuen System ist, dass Prozesse automatisiert und Kosten gespart werden, da hier keine Tiefbauarbeiten notwendig sind. Die digitalen Fotos samt der Daten werden über eine Fernleitung an das Straßenverkehrsamt übermittelt. Bei Einleitung eines Bußgeldverfahrens werden die Daten rund ein Jahr gespeichert. Die mobile Stativkamera kann beispielsweise in Kurven eingesetzt werden – Markus Metzen, Leiter der Bußgeldstelle, denkt da etwa an die „Todeskurve“ in Grafenwald, zwischen Schneider- und Forststraße. "Anwohner melden uns regelmäßig Straßen, an denen wir kontrollieren sollen. Mit dem neuen System können wir anfangen, die Liste aufzuarbeiten."
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