Comedy im Saal: Keine Randgruppe wird verschont

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Cloozy nimmt die aktuellen Befindlichkeiten des modernen Menschen unter die Lupe. (Foto: Veranstalter)
 
Marius Jung fungiert gerne als Ratgeber. (Foto: Veranstalter)

Marius Jung, Martin Fromme und Cloozy sind am 24. September die Gäste von Benjamin Eisenberg bei „Comedy im Saal“ im Kammerkonzertsaal in Bottrop . Nach der langen Sommerpause startet die Show direkt mit einer Spezial-Ausgabe: die Randgruppenshow – Schwarze, Behinderte, Frauen.

An diesem Abend wird auf politische Korrektheit gepfiffen, aber das natürlich immer mit einem Augenzwinkern und jeder Menge Selbstironie. Um den Diskriminierungsvorwurf gar nicht erst aufkommen zu lassen, kommen Gäste, die die verschiedenen Randgruppen vertreten. Denn die eiserne Regel im Comedy-Business lautet: Betroffene haben immer das Recht, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. So wissen auch Eisenbergs Gäste, mit allen Vorurteilen unserer Gesellschaft geschickt zu jonglieren.
Marius Jung begeisterte die Bottroper schon in den Anfangsjahren der Show und kommt jetzt mit Ausschnitten aus seinem aktuellen Programm: „Singen können die alle! – Vom Neger zum Maximalpigmentierten“. Der Kabarettist und Bestsellerautor aus dem Rheinland fungiert gerne als Ratgeber und beantwortet die wichtigsten Fragen: Soll ich lieber „Neger“, „Mohr“, „Farbiger“ oder „Schwarzer“ sagen? Wie führe ich eine unverkrampfte Konversation über den gesund aussehenden Urlaubsteint meines etwas höher pigmentierten Nachbarn? Darf, kann oder muss ich als politisch ultrakorrekter Hipster den Schwarzen konsequent als „Bruder“ bezeichnen?
Die Behinderten-Fraktion vertritt Martin Fromme, Deutschlands selbsternannter „einziger asymmetrischer Komiker“: Der Mann mit dem „appen“ Arm macht in seinem ersten Solo-Programm „Besser Arm ab als arm dran!!!“ keinen Unterschied zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten; Fromme nimmt sie alle auf den Arm. Keine Randgruppe wird verschont. Gibt es Ermäßigung für Stotterer bei der Sex-Hotline? Kann eine Prostituierte im Rollstuhl eine Wanderhure sein? Dies und mehr sind die Themen des Herner Comedians, der seit 1986 die Bühnen Deutschlands für sich entdeckt hat, regelmäßig beim MDR die TV-Sendung „Selbstbestimmt!“ moderiert und unter anderem bei der famosen Fernsehunterhaltung „Stromberg“ als Gernot Graf mitmachte.
Natürlich wird auch die größte Minderheit an diesem Abend repräsentiert: die Frauen, vertreten von Cloozy, die in ihrem Programm „Lieber nackt als gar keine Tatsachen!“ aktuelle Befindlichkeiten des modernen Menschen unter die Lupe nimmt und ganz nah ran zoomt. Pflegeroboter, Heimtier-Trends und verseuchte Deo-Roller als Teile unserer medialen Überforderung verwebt die Berlinerin zu witzigem Kabarett und hintersinniger Comedy. Auch wenn die Zukunft plastikrosa ist, regt Cloozy an, sich darüber zu amüsieren, anstatt vor ihr Angst zu schüren. Außerdem wird sie auch ihre Figur „Helga Raspel“ spielen, welche mit „Humor ist, wenn man trotzdem locht“ ein eigenes Programm hat. Das norddeutsche Tischfeuerwerk berichtet darin von ihrem aberwitzigen Büro-Alltag.
Selbstverständlich werden an diesem Abend aber auch die ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl bekannt gegeben. Das Motto: tagsüber wählen, abends über das Ergebnis lachen. Unterstützt werden Gastgeber Eisenberg und seine Gäste in dieser Auftakt-Show erstmalig von der neuen Comedy-im-Saal-Late-Night-Band „The Pottboys“ mit Many Miketta (Bass), Roland Miosga (Piano) und Jens Otto (Drums). ViB-Gast auf dem Talk-Sofa ist Saxophonist und Kulturpreisträger Lennart Allkemper.
Einlass ist um 18 Uhr, Beginn um 19 Uhr, die Abendkasse öffnet um 18 Uhr. Der Vorverkauf hat schon begonnen. Karten gibt es im Vorverkauf für 15 Euro (Erwachsene) und 10 Euro (Schüler, Studenten) bei Getränke Possemeyer (Ostring 45) oder vereinzelte Rest-Karten mit Glück an Abendkasse für 16,50 Euro/12 Euro.
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