Aus für Kirchhellener Schinkenturnier nach 36 Jahren

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Bernd Hülswitt

Jedes Jahr im August blickt der interessierte Tischtennisspieler voller Vorfreude nach Kirchhellen, denn das beliebte Schinkenturnier zur Saisonvorbereitung steht an. Nicht so in diesem Jahr, denn ein Blick auf den Turnierkalender zeigt, dass dort das Schinkenturnier erstmals seit 36 Jahren fehlt. Grund genug, den Abteilungsleiter Tischtennis beim VfB Kirchhellen, Bernd Hülswitt, nach den Hintergründen zu befragen.

Hülswitt: Ja, es stimmt, das Schinkenturnier fällt aus.

Warum das, es gehört doch zum festen Inventar der jährlichen sportlichen Höhepunkte im Dorf. Da bricht man mit einer solchen Tradition?

Hülswitt: Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Und eigentlich hat uns die Ausrichtung des dreitägigen Events bis zum Schluss immer großen Spaß gemacht.

Und dann ein Ende aus heiterem Himmel?

Hülswitt: Nein, das Ende des Turniers ist ein schleichender Vorgang über viele Jahre. Im Vergleich zu früher hat sich die Meldezahl mehr als halbiert und zuletzt auf einem enttäuschenden Niveau eingependelt. Vor einigen Jahren mussten wir die Jugendlichen streichen, zuletzt auch die Damenkonkurrenz, einfach, weil kein ausreichendes Teilnehmerfeld vorhanden war.

Woran liegt das? Ist man mit der Durchführung unzufrieden?

Hülswitt: Nein! Das Schinkenturnier genoss einen ausgezeichneten Ruf, weil professioneller Turnierablauf und familiäre Atmosphäre gleichermaßen großgeschrieben wurden. Aber es gibt – vor allem altersbedingt – eben immer weniger Aktive, die Turnier um Turnier spielen, besonders bei den Damen. Diese Erfahrung mussten Kreis- und Stadtmeisterschaften auch schon machen. Bei den wenigen Jugendlichen gibt es lukrative Konkurrenzveranstaltungen. Auch Vereine aus der nahen Umgebung ziehen es zunehmend vor, Saisonvorbereitungsspiele gegen Ligakonkurrenten in den eigenen Hallen zu veranstalten, anstatt zum Turnier nach Kirchhellen zu kommen.

Und dann lohnt sich das wohl nicht mehr?

Hülswitt: Ganz genau. Wir beginnen mit der Vorbereitung und Sponsorensuche ja schon ein halbes Jahr vorher, wir benötigen die Logistik des Plattentransports zur Loewenfeldhalle, nutzen die Halle über drei Tage bis tief in die Nacht, was nicht nur den Hausmeistern Durchhaltevermögen abverlangt, sondern auch kostenintensiv ist. Dass seit einigen Jahren nun auch wegen der Ranglistenpunkte jedes einzelne Spielergebnis akribisch protokolliert werden muss, ist dabei nur eine Randnotiz. Fakt ist: Man steht von der Turnierleitung bis zum Bulletenverkauf 3 Tage parat, hat nichts zu tun und die Kasse bleibt leer. Da siegt bei aller Sentimentalität am Ende die Vernunft.

Ist das Aus endgültig?

Hülswitt: Wir werden sehen – Turniere können wir ja! Vielleicht gibt es schon bald eine neue Kirchhellener Spezialität, die attraktiv ist, Spaß macht und die innovativ ist. So wie das Schinkenturnier vor 36 Jahren.
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