Gesamtschüler berichten täglich von Ihrer Studienfahrt nach Auschwitz 24. - 28.11.2014

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Das Eingangstor zum Vernichtungslager Auschwitz
Aus dem Reisetagebuch der Schülerinnen und Schüler:

Auf den Spuren des Nationalsozialismus - Der erste Tag

Wir, eine Gruppe von 22 Schülern und Schülerinnen der Janusz–Korczak-Gesamtschule Castrop-Rauxel, haben uns um 6:00 Uhr am Hauptbahnhof in Castrop–Rauxel getroffen, um zu einer Studienfahrt nach Auschwitz und Krakau zum Thema „Auf den Spuren des Nationalsozialismus‘‘ aufzubrechen. Mit dem Flugzeug ging es zunächst nach Katowice und anschließend mit einem Reisebus nach Oswiecim. Einige aus unserer Gruppe sind zum ersten Mal geflogen und waren am Flughafen ziemlich aufgeregt. Auf der Busfahrt von Katowice nach Oswiecim haben wir schon einen ersten Eindruck von Polen bekommen: viel Landschaft und einige Kohlenzechen, wie früher im Ruhrgebiet. Dort angekommen konnten wir endlich unsere Zimmer belegen und wir waren alle sehr zufrieden mit unserer Unterkunft, dem „Zentrum für Dialog und Gebet“. Nach dem Mittagessen haben wir einen geführten Rundgang durch eine wiederhergestellte Synagoge gemacht. Diese Synagoge gehört nicht zu einer festen Gemeinde, denn es gibt heute in Oswiecim keinen einzigen Juden mehr (vor dem Krieg waren es über 16 000). Sie dient heute als Gebetsstätte für jüdische Besuchergruppen aus aller Welt. Wir lernten dort viel über die Geschichte des Judentums, unter anderem über die Anfertigung und Verwendung einer Thorarolle. Nach dem Abendessen fand der Tagesrückblick mit der gesamten Gruppe statt. Anschließend wurden in einem Crashkurs einige wichtige polnische Vokabeln eingeübt.
Do widzenia!

Antonia, Arisa, Carolina, Eleni, Pia und Sarah

- Der zweite Tag

Am zweiten Tag unserer Reise besuchten wir das Stammlager Auschwitz. Die Führung durch das Stammlager, einem ehemaligen Kasernengelände, zeigte uns die Lebensumstände der Häftlinge, die aus fast ganz Europa dorthin deportiert wurden.
Das Eingangstor zeigte die Überschrift: „Arbeit macht frei“, eine Lüge, denn die Worte des Lager-kommandanten bei ihrer Ankunft waren: „Ihr kommt hier nur durch den Schornstein nach draußen!“
Bei der Ankunft wurden die Häftlinge, getrennt nach Geschlecht, untersucht, ihnen wurde eine Nummer in den Arm tätowiert, die persönlichen Sachen wurden ihnen weggenommen und eingetauscht gegen verdreckte und verlauste Häftlingskleidung. Die abgenommenen persönlichen Dinge wie Bürsten, Schüsseln, Koffer, Schuhe, Rasierpinsel wurden in Magazinen, die man Kanada nannte, gesammelt und dann zur weiteren Verwendung nach Deutschland geschickt. Sogar die Haare hat man den Häftlingen abrasiert und für 50 Pfennig/Kilo nach Deutschland verkauft.
Der Tag begann zwischen vier und fünf Uhr früh mit einem halben Liter dünnen Tee, danach begann der durchschnittlich 15-stündige Arbeitstag. Am Abend gab es 300 g trockenes Brot und eine dünne Suppe ohne Einlage – aber nur, „wenn der Appell klappte“!! Wenn auf dem Platz weniger Häftlinge gezählt wurden als am Morgen, konnte es mehrere Stunden dauern, bis man in seine Baracke gehen konnte und dieses „Abendbrot“ essen konnte. Wenn Häftlinge geflohen waren, wurden auch willkürlich andere Häftlinge bestraft durch Pfahlhängen, Stehzelle, Dunkelzelle oder Hungerzelle oder Tod durch Erschießen oder Erhängen. Man war ständig in Lebensgefahr, man konnte nie wissen, wann man willkürlich getötet wurde.
Am Nachmittag besuchten wir in Kleingruppen verschiedene Länderausstellungen:
In der israelischen Ausstellung sahen wir z.B. ein riesiges Buch mit den Namen der rund vier Millionen Namen von Opfern, das immer wieder aktualisiert wird. In der ungarischen Ausstellung konnte man die Enge in einem Waggon nachvollziehen, in der holländischen konnte man einen Film über die Abfahrt eines Deportationszuges aus Westerbork und an einer langen Wand die Namen der holländischen Opfer lesen.
Im Block 7 konnten wir noch einmal die Lebensumstände der Häftlinge sehen.
Der Abend wurde durch den Tagesrückblick abgeschlossen.
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