4.512 Proteststimmen gegen Schließung der Geburtshilfe am EvK

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Acht von insgesamt 20 Hebammen, Krankenschwestern und Kinderkrankenschwestern der Geburtshilfestation des Evangelischen Krankenhauses übergaben Bürgermeister Johannes Beisenherz 4.512 gesammelte Unterschriften gegen die Schließung der Abteilung.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wir haben die Hoffnung, dass man sich das Ganze doch nochmal überlegt“, sagen die Mitarbeiter der Geburtshilfe des Evangelischen Krankenhauses über die zum Jahresende geplante Schließung der Abteilung.

In dieser Hoffnung übergaben jetzt acht Vertreter 4.512 gesammelte Unterschriften von Menschen, die sich gegen eine Schließung aussprechen, an Bürgermeister Johannes Beisenherz.
Er erklärte, dass er keinen Einfluss auf die Situation habe, verwies aber auf ein Gespräch, das er mit Heinz-Werner Bitter, dem Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft, geführt habe. Dieser habe ihm zugesagt, mit den Mitarbeitern „die Situation durchzusprechen und über die Perspektiven zu reden, die sich ergeben“, sagte Beisenherz.
Dies sei laut der Mitarbeiter jedoch bisher nicht geschehen. Auch habe die Geschäftsführung ihnen einen Termin verwehrt, um die Unterschriftenliste zu übergeben, berichtete Christiane Drees, stellvertretende Stationsleitung.

"Keine vergleichbare Arbeit"

„Es gibt keine vergleichbare Arbeit. Wir werden in der Pflege eingesetzt, aber das ist nicht unser Metier“, machte Hebamme Ute Beinlich, die seit 35 Jahren in Castrop-Rauxel tätig ist, deutlich. „Ich bin zwar Krankenschwester, arbeite aber seit 25 Jahren in der Geburtshilfe. Ich bin völlig raus“, ergänzte Drees.
Doch auch den Eltern gilt die Sorge der Mitarbeiter. Bisher habe man alles dafür getan, eine familienorientierte Geburtshilfe zu leisten. „Wir bieten eine Rund-um-Betreuung über die Tage im Krankenhaus hinaus“, erklärte Drees, die genau wie ihre Kollegen befürchtet, dass die Zukunft statt in kleinen Häusern wie dem EvK in großen Geburtskliniken mit „Fließbandarbeit“ liegt.

Angebot für Flüchtlinge

Beim Besuch im Rathaus verwiesen die EvK-Mitarbeiter zudem auf die zunehmende Zahl von Flüchtlingen, die zum Teil Geburtshilfe benötigen. Karin Probst, die seit 43 Jahren in der Gynäkologie arbeitet, erinnerte an die 80er Jahre und den damaligen Zuzug aus Polen. Zwar seien die Jahrgänge eh geburtenstärker gewesen, „aber wir hatten 800 Geburten pro Jahr“.
„Da kommen die anderen Häuser an ihre Grenzen“, hoffen die Mitarbeiter, dass die aktuelle Flüchtlingswelle ein Argument für den Erhalt der Geburtshilfestation des EvK sein könnte.
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