500.000 Euro in neue Einzelzimmer investiert

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„Das Zimmer ist sehr schön hell geworden“, freut sich Anna Schmülling. Die 98-Jährige ist eine von 75 Bewohnern des Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrums, deren Zimmer in den vergangenen zwei Jahren von Grund auf renoviert worden sind.

Denn bisher gab es in dem Alten- und Pflegeheim der AWO an der Bahnhofstraße noch Apartments mit Wohn- und Schlafzimmer, Bad sowie Vorflur. Diese waren bei der Neueröffnung 1982 für Menschen konzipiert worden, die nicht pflegedürftig waren, sich aber nicht mehr selbst um ihre Mahlzeiten, Zimmerreinigung und Wäsche kümmern konnten. „Doch dieses Klientel haben wir seit Einführung der Pflegeversicherung nicht mehr“, erklärt Leiterin Jasmin Körner. „Heute ist es die Regel, dass man um die 80 ist, wenn man hier einzieht, und mindestens Pflegestufe 1 hat.“
Daher wurden seit September 2011 alle 75 Apartments sukzessive renoviert. „Wir haben neue Elektroleitungen gelegt, die Lichtquellen und die Fußböden erneuert, tapeziert und gestrichen und auch in den Bädern die Fliesen und Deckenpaneele weiß lackiert“, zählt Körner auf.
Die Größe von gut 30 Quadratmetern und die Raumaufteilung der nun Einzelzimmer genannten Räumlichkeiten blieben dabei erhalten. Wer noch rüstiger ist, hat somit immer noch ein Wohnzimmer und einen kleinen Schlafraum. „Und wenn jemand pflegebedürftiger wird, sind jetzt alle erforderlichen Anschlüsse vorhanden, um sein Bett ins Wohnzimmer stellen und ihn dort zu zweit von beiden Seiten pflegen zu können“, so Körner.
Rund 500.000 Euro hat das Seniorenzentrum in die neuen Zimmer investiert. Der Umbau war für die Bewohner mit einer gewissen Aufregung verbunden, denn sie mussten jeweils für etwa drei Monate in andere Räume umziehen. Anna Schmülling hat den unfreiwilligen Umzug locker genommen. Aber nun ist die 98-Jährige glücklich, wieder in ihrem Zimmer zu sein. „Ich wollte unbedingt in mein altes Zimmer zurück, denn es ist so schön grün hier“, sagt sie und zeigt auf ihren Balkon und die dahinterliegende Grünfläche.
Mit der Renovierung der Zimmer sind die geplanten Umbaumaßnahmen des Wilhelm-Kauermann-Seniorenzentrums, das insgesamt über 139 Plätze verfügt, noch nicht abgeschlossen. „Wir wollen eine Pflegeinfrastruktur in allen Wohnbereichen schaffen“, erläutert Körner. Dazu sollen einige weitere Räume auf den Etagen zum Beispiel in Verteilerküchen, Pflegestützpunkte und Pflegearbeitsräume verwandelt werden. Zurzeit entwerfen Architekten die Pläne. „Dann muss zunächst ein Bauänderungsantrag gestellt werden. Wenn wir 2015 mit dem Umbau beginnen könnten, wäre ich froh“, hofft Körner.
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