7.000 Kilometer lange Schnitzeljagd: Castrop-Rauxeler Team bei der Allgäu-Orient-Rallye

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Mit zwei dieser alten Mercedes-Modelle, die sie selbst umgebaut haben, werden die vier Rallyeteilnehmer unterwegs sein. (Foto: Hendrik Magnusson)

Autobahn und Navigationsgerät sind tabu, wenn sich die drei Castrop-Rauxeler Hendrik Magnusson (32 Jahre), Robin Krumm (34) und Andre Leopold (30) zusammen mit Sara Winkelmann (28) aus Oer-Erkenschwick am 29. April auf die 7.000 Kilometer lange Strecke von Oberstaufen im Allgäu zum Mittelmeer in der Türkei begeben. Die vier nehmen an der Allgäu-Orient-Rallye teil. „Aus Abenteuerlust und der Lust am Außergewöhnlichen“, erklärt Magnusson.

Drei Wochen lang geht es dann auf Tour. Seit Januar bereitet sich das Castrop-Rauxeler Team – eines von insgesamt 111 – auf die Rallye vor. Mit zwei alten Mercedes-Modellen, die sie größtenteils in Eigenarbeit „mit vielen helfenden Händen“, so Magnusson, mit höherem Fahrwerk, Unterbodenschutz und Schlafmöglichkeiten ausgestattet haben, sind die vier unterwegs. Außerdem haben sie den Wagen eine neue Lackierung verpasst: sandgelb mit roten Rallyestreifen.

Ausflüge ohne Navi zum Üben

Um ohne Navi klar zu kommen, arbeiten sie sich zurzeit ins Navigieren mit Karte und Kompass ein. „Wir machen kleinere Ausflüge. Zuletzt haben wir eine Tour durch die Benelux-Länder gemacht.“ Etwa 600 Kilometer auf zum Teil unbefestigten Straßen werden sie während der Rallye täglich zurücklegen müssen – eine nicht unerhebliche Anstrengung. Doch um ihre körperliche Fitness macht sich Magnusson keine Sorgen, da Sportarten wie Triathlon, Klettern und Skifahren zu ihren Hobbys gehören. „Da sind wir gut vorbereitet.“
Und wenn es unterwegs mal ein Problem geben sollte, könnten den vier Rallyeteilnehmern ihre beruflichen Erfahrungen nützlich sein, denn sie sind Elektrotechniker, Serviceleiter in einem Autohaus, Brandmeister und Rettungsassistentin.

Unterwegs Aufgaben lösen

„Das ist wie riesengroße Schnitzeljagd“, sagt Magnusson über die Rallye. Für die Fahrer gilt es nicht nur, das Ziel zu erreichen, sondern unterwegs auch einige Aufgaben zu lösen. Welche dies sein werden, erfahren die Teilnehmer allerdings erst beim Start. Nur eine Aufgabe ist bereits bekannt. „Jedes Team soll Rosenstöcke aus seiner Heimat mitnehmen. Damit sollen drei Friedensgärten angelegt werden.“
Bei der Rallye geht es aber nicht nur um den Spaß, sondern auch um den guten Zweck. „Alle Autos werden am Zierort verkauft und das Geld wird gespendet“, so Magnusson. Da er und seine Mitstreiter darüber hinaus der Castrop-Rauxeler Stiftung für Menschen in Not verbunden sind, werden sie bei einem Kinderheim in Rumänien, das die Stiftung unterstützt, vorbeifahren „und kleine Nettigkeiten hinbringen“.

"Mulmiges Gefühl"

Ursprüngliches Ziel der Rallye sollte Teheran sein, doch wegen der unsicheren Sicherheitslage in den Kurdengebieten haben die Veranstalter beschlossen, die Route zu ändern, die nun über Georgien zur türkischen Mittelmeerküste führt. Einige Etappenziele, darunter Istanbul, sind vorgegeben; die Strecke dazwischen bleibt den Teilnehmern überlassen. „Wir haben intensiv diskutiert wegen der politischen Ereignisse und Anschläge, zum Beispiel in Istanbul“, sagt Magnusson. „Es fährt ein mulmiges Gefühl mit, aber wir wollen ein Zeichen dafür setzen, aufeinander zuzugehen und sich nicht zu verstecken.“
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