Altstadtmarkt: Nur ein "Luxusparkplatz"?

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Der Altstadtmarkt ist fertiggestellt. Doch der Wochenmarkt kehrt vorerst nicht zurück in die "gute Stube". Genutzt wird sie jetzt fast ausschließlich von Autos.

Die "gute Stube" beziehungsweise das "Wohnzimmer" der Altstadt ist renoviert, das Echo in der Bürgerschaft durchaus geteilt.

Während die einen den Altstadtmarkt jetzt als attraktiver, weil heller, und das Parken als übersichtlicher und geordneter bewerten, gibt es zum Beispiel in der Facebook-Gruppe "Du bist Castroper, wenn..." auch deutliche Kritik an der Nutzung des aufwändig sanierten Platzes. "Das Geld hätte man auch verbrennen können. Wäre der gleiche Effekt", heißt es da zum Beispiel. Und auf die Frage "Was passiert denn eigentlich, wenn Kirmes, Frühlingsmarkt und ähnliches stattfinden?" wird geantwortet: "Na, was? Das kommt alles in die Fußgängerzone. Oder glaubst Du, wir lassen unseren schönen Luxusparkplatz kaputt machen?"

Bürgermeister: "Auch vor dem Umbau war der Altstadtmarkt überwiegend ein Parkplatz"

Bürgermeister Rajko Kravanja trat am Donnerstag (16. März) auf Stadtanzeiger-Anfrage dem Eindruck entgegen, es sei nur ein teurer Parkplatz entstanden. Der Wochenmarkt habe den Platz auch zuvor immer nur an drei Tagen in der Woche, jeweils von 6 bis 14 Uhr, belegt. "Ansonsten war das auch vor dem Umbau überwiegend ein Parkplatz."

Das gewählte Segmentbogenpflaster sei das Ergebnis des bewusst durchgeführten Bürgerbeteiligungsprozesses. "Dabei ging es nur um die optische Frage − unabhängig von der Nutzung." Die Bürger hätten sich für die jetzige Variante entschieden. "Jeder hatte die Chance, sich zu beteiligen."
Zudem verwies Kravanja auf den im Rat beschlossenen ergebnisoffenen "Testlauf" des Wochenmarktes mit Schwerpunkt Fußgängerzone und Platz am Reiterbrunnen. Nach einem Jahr werde Bilanz gezogen, zwischendurch, wenn nötig, "nachgesteuert".

Kosten:
- Insgesamt hat der bisherige Umbau des Marktplatzes laut Stadt 2,4 Mio. Euro gekostet.
- Alle Flächen, die nicht als Parkplätze bewirtschaftet werden, schlugen mit 1,25 Mio. Euro zu Buche. 1,04 Millionen Euro davon sind Fördermittel.
- Die Sanierung der Parkfläche kostete 300.000 Euro plus 20.000 Euro für die Planung. Vom Land gab es dafür 288.000 Euro.
- Strukturasphalt hätte 200.000 Euro gekostet.
- Wie die Stadt auf insgesamt 2,4 Mio. Euro kommt, ließ sie bisher offen.
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