Auf leisen "Sohlen"

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Seit rund einem Jahr fährt Andreas Wieck ein Elektro-Motorrad.

"Sie hat mächtig Dampf, man ist leise, braucht wenig Energie und muss nicht schalten. Es ist ein bequemes Fahren − wie bei einem Automatikauto. Es macht einfach Spaß", sagt Andreas Wieck. Der 56-jährige Castrop-Rauxeler ist vor gut einem Jahr aufs Elektro-Motorrad gekommen. Mit seiner Zero DS hat er im April eine Tour ans Mittelmeer gemacht und dabei rund 3.500 Kilometer zurückgelegt.

Andreas Wieck schafft mit seiner Maschine eine Strecke zwischen 130 und 140 Kilometern. Dann geht es mit dem Kaltgerätestecker ans Aufladen. Das dauert zwischen sechs und acht Stunden. "Ich habe zwei zusätzliche Netzteile. Wenn ich die verwende, kann ich dreimal so schnell laden", erklärt Wieck. Und ja, er hätte gerne noch mehr Ladeteile, "mit denen es noch schneller geht", verrät er lächelnd. Neun bis zehn Kilowatt würden benötigt, um einmal richtig aufzuladen.

Im Landstraßentempo geht es vorwärts. Auf der Autobahn ist naturgemäß mehr Tempo im Spiel. 160 km/h schafft die Zero DS in der Spitze.

Seine zweiwöchige Tour mit dem Elektro-Motorrad führte Andreas Wieck im April nach Frankreich, Italien, in die Schweiz und wieder zurück nach Deutschland. "Ich war allein unterwegs. Die Infrastruktur lässt es noch nicht zu, dass mehrere Motorräder mit elektrischem Antrieb gleichzeitig laden können", so Wieck. Er besitzt auch eine Verbrennermaschine (BMW). Das Reisen mit dem Elektro-Motorrad sei anders. "Ich mache Pausen zum Laden und fahre zielgerichteter auf die Ladestationen zu. Außer meinem Handy und dem Navi hatte ich dieses Mal keine Straßenkarten dabei. Es war das erste Mal, dass ich ohne gefahren bin. Damit kann man schöne Strecken planen. Google Maps und das Navi zeigen dagegen den schnellsten und nicht unbedingt den schönsten Weg an."

Ladestationen per App rausgesucht

Die Ladestationen hat Wieck per App rausgesucht. "In Frankreich bin ich mal gestrandet, weil an einer Stelle, von der ich dachte, dass es dort eine Ladestation gebe, doch keine war. Und ich hatte nur noch fünf Prozent Kapazität drauf." Doch ein Anwohner half weiter. Er ließ Andreas Wieck nicht nur an die Steckdose in seiner Garage, sondern servierte gleich noch Kaffee und Kekse. "Wir haben drei Stunden lang über Gott und die Welt geredet. Der Akku war da längst schon wieder voll."
Und als in Monaco die App versagte, fragte Wieck einen Polizisten um Rat. Dieser verwies ihn an die Tiefgarage am Casino. "Dort waren 20 Ladeplätze für Pkw und Zweiräder. Fürs Laden musste ich nichts zahlen. Dafür wurden aber Parkgebühren fällig."

Positives Feedback

Während seiner Tour sei er häufig angesprochen worden. "Das Feedback auf die Maschine war durchweg positiv. Der Portier eines Hotels hat mich eine halbe Stunde lang ausgequetscht. Dann meinte er: 'Du hast mir einen Blick in die Zukunft gegeben.'"
Apropos Zukunft: Seine nächste Tour führt Andreas Wieck an die Ostsee. Dieses Mal allerdings zum Segeln...
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