CDU bezieht klar Stellung: „Kein islamischer Kindergarten“

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Einige islamischen Gemeinden würden gerne einen islamischen Kindergarten in Castrop-Rauxel gründen. Für dieses Vorhaben müsste es jedoch erst einmal grünes Licht geben. Archivfoto: Demuth

Die Nachricht, dass einige islamische Gemeinden gerne zum Sommer 2017 den ersten islamischen Kindergarten in Castrop-Rauxel eröffnen würden (der Stadtanzeiger berichtete), hat im Stadtgebiet für reichlich Diskussionen gesorgt.
Wie aus Leserbriefen und Reaktionen im Internet erkennbar ist, stehen viele Bürger dem Vorhaben, für das es allerdings erst grünes Licht geben müsste, ablehnend gegenüber. Die CDU Castrop-Rauxel bezieht − nach einem einstimmigen Beschluss − nun als erste Partei öffentlich Stellung zum Thema.

Man sei befremdet über die Planungen, heißt es in einer Pressemitteilung. Es scheine den beteiligten Gemeinden entgangen zu sein, dass die Notwendigkeit zur Einrichtung eines solchen Kindergartens „absolut überflüssig“ sei, weil das Gesetz zur frühen Bildung und Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz - KiBiz) längst alle − und weit darüber hinausgehende – Inhalte der genannten Konzepte festlege. „Darüber hinaus nehmen sowohl die kirchlichen als auch alle anderen Institutionen alle Kinder unabhängig von Religionen oder Weltanschauungen auf.“

Hervorzuheben sei die nach Paragraph 9 bestehende Verpflichtung zur Zusammenarbeit mit den Eltern. „Wir geben das Kostbarste, was wir haben, in die Hände von Frauen und Müttern, und was darf man auf dem Bild (im Stadtanzeiger-Artikel; Anmerk. der Redaktion) bewundern? Ausschließlich Männer. Wo bleiben denn eigentlich die Frauen vorn an der Spitze?
Wollen Sie unserem Land wirklich bescheinigen, dass es nicht in der Lage sei, alle Kinder, auch die Kinder mit Migrationshintergrund, so zu fördern, dass sie gut die Schule schaffen, die deutsche Sprache erlernen und die sozialen Strukturen, die sie hier bei uns benötigen, beherrschen?“, fragt die CDU in Richtung der beteiligten Gemeinden. „Wollen Sie die Segregation wirklich weiter fördern? Welche Signale wollen Sie an die Gesellschaft senden, in der Sie leben? Glauben Sie wirklich, Sie könnten es besser als unsere staatlichen Institutionen, die mit viel Engagement, Verstand und Geld die Kindertagesstätten fördern?“

Ziel sei es, miteinander und nicht gegeneinander zu leben, sagt Marlies Graeber, Mitglied des Integrationsrates. Man wolle keinen getrennten, sondern einen gemeinsamen Weg gehen und keine Parallelgesellschaften aufbauen. „Der Vorstoß ist genau das Gegenteil der in unserer Gesellschaft erwünschten Ziele.“

Zum Hintergrund:
http://www.lokalkompass.de/castrop-rauxel/leute/zu...
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