Dabei sein, um zu kämpfen: SPD-Ratsmitglied Udo Behrenspöhler legt nach 13 Jahren Mandat nieder

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Udo Behrenspöhler.

„Meine Devise ist, dass ich nur Kritik üben und für eine bessere Gesellschaft kämpfen kann, wenn ich dabei bin“, sagt Udo Behrenspöhler. Als SPD-Ratsherr war er 13 Jahre lang dabei. Doch mit der letzten Sitzung im vergangenen Jahr war Schluss. Der 71-Jährige hat sein Mandat abgegeben.

Aus persönlichen Gründen und nicht zuletzt wegen seines Alters. „Wenn man selbst früher Kritik geübt hat an denen, die nicht gehen, sollte man es dann auch selbst tun und die Jüngeren ran lassen“, so Behrenspöhler. Seinen Platz im Rat nimmt Hendrik Moryson ein.
Zur Politik ist er als junger Mann gekommen. 1969 trat er der SPD bei. „Ich war immer ein politischer Mensch und ziemlich stark bei den 68ern engagiert.“ So war Behrenspöhler bei einer Sitzdemo vor dem Bochumer Rathaus dabei, die mit Wasserwerfern aufgelöst wurde. „Die jungen Menschen waren damals sehr aufmüpfig.“

Aktives Engagement

Aktives Engagement in Partei oder Verband wünscht sich Behrenspöhler heute von den Jungen. Dass es junge Leute gibt, die sich für Politik interessieren, weiß er. „Aber was mich nachdenklich macht, ist, dass sehr viele Mitmenschen an unterschiedlichen Dingen Kritik äußern, aber wenn man sie fragt, inwieweit sie selbst bereit sind, sich zu engagieren, geht das gegen null.“
Behrenspöhler selbst hat sich auch gewerkschaftlich engagiert und ist seit 2005 Vorsitzender des DGB-Ortsverbands Castrop-Rauxel. Bei der Vorstandswahl in diesem Monat wird er aber nicht wieder antreten.
Das Ergebnis der Kommunalwahl von 1999, als die CDU gewonnen hatte, überzeugte ihn davon, 2004 für den Rat zu kandidieren. „Castrop-Rauxel braucht eine anständige Sozialdemokratie, um die konservative Mehrheit abzulösen“, lautete damals sein Entschluss.
Von da an war Behrenspöhler Ratsmitglied und während der vergangenen acht Jahre Vorsitzender des Betriebsausschusses für Familie, Jugend, Soziales und Bildung. Besonderen Spaß bereitete ihm der Vorsitz, weil ihm die Themen am Herzen liegen. „Im Zuge von wissenschaftlichem und technischem Fortschritt ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich im Bereich Soziales engagieren.“
Von dem Ehrenamt als Ratsherr zurückzutreten, war schwerer als gedacht. „Ich hatte dem Bürgermeister ein paar Zeilen geschrieben.“ Doch Rajko Kravanja teilte ihm mit, dass das so nicht gehe. Stattdessen mussten beide im Beisein des anderen das Schriftstück unterschreiben – wie es der Gemeindeordnung entspricht.
Behrenspöhler, der Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Obercastrop-Ost bleibt, glaubt nicht, dass er die Ratstätigkeit vermissen wird. „Ich bin nach wie vor im Parteivorstand der SPD und werde weiter die Leute treffen, mit denen ich jahrelang gearbeitet habe.“ Außerdem freut er sich, mehr Zeit mit seinen beiden kleinen Enkeln verbringen zu können.
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