Das Wohl der Kinder – Nachgefragt beim Castrop-Rauxeler Jugendamt

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Nicht immer wachsen Kinder bei ihren Eltern in Sicherheit auf. Foto: Helene Souza / pixelio (Foto: Helene Souza / pixelio)

Heute (20. November) ist der Internationale Tag der Kinderrechte. Dies nahmen wir zum Anlass, um beim Jugendamt nachzufragen, wie es um das Wohl der Kinder in Castrop-Rauxel bestellt ist.

„Gewalt und Vernachlässigung von Kindern in Familien nehmen zu“, erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Daniel Molloisch in der letzten Ratssitzung. Für unsere Stadt kann Elke Niewels vom Bereich Jugend und Familie dies nicht bestätigen. „2012 haben uns 114 Meldungen auf Kindeswohlgefährdung erreicht, 2013 waren es bisher 94“, sagt sie.
Kindeswohlgefährdung – das kann bedeuten, dass Kinder nicht genug zu essen bekommen, dass sie misshandelt und geschlagen werden oder dass ihre Eltern überfordert sind und sie daher nicht adäquat erziehen können. „Das kann der Fall sein, wenn Kinder nicht regelmäßig in die Schule gehen, ihre Leistungen schwächer werden oder sie nicht ausreichend mit Kleidung ausgestattet sind“, nennt Niewels Beispiele für die Auswirkungen nicht adäquater Erziehung.
Von den 114 Meldungen im Jahr 2012 hat das Jugendamt nach einer jeweiligen Überprüfung vor Ort aber nicht alle Fälle als Kindeswohlgefährdung eingestuft. In 34 Fällen bestand keine Gefährdung, bei 41 weiteren ebenfalls nicht, aber das Jugendamt bot trotzdem Beratung an. In 26 Fällen lag eine latente Gefährdung vor, so dass das Amt Hilfe als erforderlich ansah. Bei 13 Fällen stellte das Amt eine akute Gefährdung für die Kinder fest und handelte sofort.
„Kindesmisshandlung erfordert ein direktes Eingreifen des Jugendamts. Dann wird das Kind in Obhut genommen, aber das kommt nicht so häufig vor“, so Niewels. In anderen Fällen bietet das Jugendamt Beratung an, vermittelt Kontakte zur sozialpädagogischen Familienhilfe, bietet Tagesgruppen und auch einen Erziehungsbeistand an, der in die Familien geht, um Jugendliche zu unterstützen.
Niewels begrüßt es, wenn Bürger aufmerksam sind und auf das Wohl von Kindern achten. „Ich appelliere an die Menschen, niemanden anzuschwärzen, aber wenn jemand glaubt, dass ein Kind Hilfe braucht, sollte er lieber einmal mehr, als einmal zu wenig bei uns anrufen.“
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