Die Amerikaner als Vorbild: Weihnachtshaus an der Grillostraße ist ein Vier-Familien-Projekt

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An der Grillostraße wird es jedes Jahr zu Weihnachten ein kleines bisschen bunter und leuchtender. Foto: Thiele
Selbstverständlich gebe es auch Menschen, die die Weihnachtsdekorationen von Familie Cittrich und ihren Nachbarn ein wenig übertrieben finden. „Wir sagen dann immer: ‚Ja, wir übertreiben! Und wir sind stolz darauf‘“, lacht Martina Cittrich. Die aufwendige Lichtdekoration, die das Haus an der Grillostraße jedes Jahr aufs Neue ziert, ist nicht nur ein echter Hingucker. Sie ist vor allem ein Sinnbild für familiären und nachbarschaftlichen Zusammenhalt.

Für die vier Familien, die das Haus an der Grillostraße bewohnen, beginnt die Weihnachtszeit grundsätzlich an einem fest verabredeten Samstag Mitte November. „Gegen 11 Uhr starten wir draußen mit dem Aufbau“, erzählt Martina Cittrich. In den Abendstunden sei dann in der Regel das meiste geschafft. Und damit es zwischendurch nicht langweilig wird, grillt man im Garten und lädt ein paar Freunde ein.
Weihnachten, da sind sich die Bewohner des Hauses einig, ist vor allem ein Fest der Geselligkeit. Und dies sei laut Martina Cittrich auch der Hauptgrund für die ausufernde Lichtdeko.
Losgegangen sei alles „in ganz kleinem Rahmen“, mit einem leuchtenden Rentier, das einer der Nachbarn vor vier Jahren angeschafft habe. „Seitdem kommt jedes Jahr ein bisschen mehr dazu, und wir überlegen schon jetzt wieder, was wir im nächsten Jahr neues machen können“, so Cittrich.

Das Internet als Inspirationsquelle

Inspiration hole man sich dabei unter anderem aus dem Internet, vor allem von den Amerikanern. „Es gibt in Amerika Lichter, die auf Musik reagieren, also eine Art Lichterorgel für den Garten“, erklärt Tim Cittrich, Sohn der Familie. „Das wäre noch was für uns“, lacht er.
Der 28-Jährige ist unter anderem für die Konstruktion der verschiedenen Leuchtobjekte zuständig, fertigt Zuckerstangen, Bäume, Rentiere und mehr aus Draht an, der dann mit Lichterketten oder Schläuchen umwickelt wird.
Regelmäßig über das ganze Jahr verteilt trifft sich Tim Cittrich mit den Nachbarn in einer Werkstatt im Keller, um gemeinsam an den Objekten zu basteln. „Und das, obwohl unser Sohn schon lange nicht mehr zuhause wohnt“, bemerkt Martina Cittrich.
Auch Nachbarin Tanja Maroszek freut sich jedes Jahr wieder auf die Weihnachtsbeleuchtung. „Es es schön, zu sehen, wie Autos vor dem Haus halten und die Leute stehenbleiben, um sich die Lichter anzuschauen“, erklärt sie. Und ergänzt: „Bei uns ist es ja so, dass die Frauen meist die Ideen liefern und die Männer das dann umsetzen dürfen.“

Die Kosten werden geteilt

Vorteile habe das Nachbarschaftsprojekt auch wegen der Kosten. „Der Strom an sich ist nicht besonders teuer“, erklärt Martina Cittrich. Pro Familie würden im Monat nur etwa 10 Euro anfallen.
Teuer sei allerdings die Anschaffung der energiesparenden LED-Lampen gewesen. „Ein zehn Meter langer Schlauch kostet rund 50 Euro“, verrät Sohn Tim. Bei über 100 Metern, die bisher verbaut wurden, kann das schon ein wenig ins Geld gehen. „Aber wir schmeißen als Nachbarn alle zusammen, und dann werden die Sachen angeschafft“, bemerkt Martina Cittrich.
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