Eine süße Anstrengung: Kiosk am Altstadtmarkt wurde für Özay und Kadir Demir zum Leben

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Özay und Kadir Demir teilen die Arbeitszeit im Markt-Kiosk untereinander auf.

Am 15. Mai 2015 eröffneten Kadir Demir und seine Frau Özay den Markt-Kiosk, Am Markt 15. Eigentlich sollte der kleine Laden eine Nebenbeschäftigung für die 31-Jährige sein, aber mittlerweile arbeiten beide Vollzeit dort. „Der Kiosk ist unser Leben geworden“, sagt Kadir Demir. Mit dem Markt-Kiosk starten wir unsere Serie „Kioskgeschichten“.

Meine Frau schließt morgens auf, ich schließe abends ab, und mittags sehen wir uns“, erklärt Kadir Demir, wie die beiden ihren Arbeitstag organisieren. Denn der Kiosk am Altstadtmarkt ist täglich geöffnet, meist von früh morgens bis spät abends. „Es ist eine süße Anstrengung“, sagt der Trinkhallenbesitzer über ihre zeitintensive Tätigkeit. „Wir sind unsere eigenen Chefs“, nennt Özay Demir jedoch ein Argument, das das Ehepaar auch ein gutes Jahr nach der Eröffnung ihres Kiosks in dieser Entscheidung bestätigt.
Grundsätzlich geht die Zahl der Kioske in der Region seit Langem zurück. Deshalb haben sich die Demirs, die aus Dortmund-Bövinghausen stammen, vor der Geschäftseröffnung über den Standort schlau gemacht. „Wir haben uns vorher erkundigt und mit anderen Geschäftsinhabern am Markt gesprochen“, erzählt Kadir Demir. Die Auskunft war, dass es toll wäre, wieder einen Kiosk zu haben, da es seit vier, fünf Jahren keinen mehr gebe.
Nichtsdestotrotz hatte Kadir Demir nicht damit gerechnet, dass die Trinkhalle so schnell angenommen wird. 70 Prozent Stammkundschaft seien es, schätzt er. Mittlerweile bieten Özay und Kadir Demir Waren an, die ursprünglich nicht zum Sortiment gehören sollten, wie zum Beispiel Shishas. „Das wollte ich gar nicht, denn es gibt ja genug Läden im Umfeld, aber es läuft“, wundert Kadir Demir sich.

Wie bei Tante Emma

Wie es für Buden üblich ist, hat sich auch der Markt-Kiosk als Treffpunkt etabliert. Sowohl Geschäftsleute aus den umliegenden Läden – „Alle, die Kleingeld brauchen, kommen zu uns“, erzählt der Besitzer – als auch Kunden schauen regelmäßig vorbei. „Manchmal stehen hier drei, vier Leute, quatschen und trinken eine Cola oder einen Kaffee. Es ist hier wie in einem Tante-Emma-Laden, und da sind wir stolz drauf“, so Kadir Demir. Manche Menschen bräuchten jemanden zum Reden, und oft reiche es, einfach nur zuzuhören. „Die Kunden merken, dass wir nichts weiter tratschen.“
Mit dem Gedanken „Wir sind neu, warum nicht?“ hat sich das Paar um die Teilnahme am 1. Tag der Trinkhallen am 20. August beworben und ist prompt ausgewählt worden. Jetzt wird von 16 bis 20 Uhr eine Band auf dem Altstadtmarkt vor dem Kiosk spielen. „Dafür sollen ein paar Parkplätze frei gehalten werden“, hat Kadir Demir von der Ruhr Tourismus GmbH erfahren. Die Budenbesitzer würden dazu gern grillen und wollen sich bis zum Aktionstag bei der Stadt um eine Genehmigung bemühen. „Das wird bestimmt ein schöner Tag“, freut sich Kadir Demir.
Überhaupt steht das Ehepaar Veranstaltungen auf dem Marktplatz positiv gegenüber. „Wenn zum Beispiel Kirmes ist, kommen mehr Menschen zu uns“, hat es festgestellt.

Mythos Bude


Aus dem Stadtbild sind sie bis heute nicht wegzudenken, auch wenn es sie nicht mehr in so großer Zahl gibt wie vor einigen Jahrzehnten: Kioske, Trinkhallen und Buden. Ursprünglich zu Beginn der Industrialisierung als Verkaufsstelle für Mineralwasser entstanden, dienen sie schon seit Langem dazu, sich mal eben eine Schachtel Zigaretten, etwas Süßes oder eine Zeitschrift zu kaufen oder einfach nur ein paar Worte zu quatschen. Den Mythos Bude als Ort für Gelegenheitskäufe und als sozialem Treffpunkt feiert die Ruhr Tourismus GmbH mit einem Jahr der Trinkhalle, dessen zentrale Veranstaltung am 20. August der 1. Tag der Trinkhallen ist. Aus diesem Anlass stellt der Stadtanzeiger in der Reihe „Kioskgeschichten“ die fünf Castrop-Rauxeler Buden vor, die sich um eine Teilnahme beworben haben.

Die übrigen Portraits lesen Sie hier:

Kiosk an der Pallasstraße
Ullas kleine Welt
BonBonBude
Lotto Tabak Presse Obercastrop
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