Erinnern und lernen: 77 Jahre danach

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Vom Jüdischen Friedhof an der Oberen Münsterstraße ging es zum Platz der ehemaligen Synagoge am Simon-Cohen-Platz. Foto: Thiele

Aus dem Vergangenen lernen, den 9. November 1938 nie vergessen und in Castrop-Rauxel gemeinsam ein Zeichen setzen: Auch in diesem Jahr gingen wieder viele Bürger am 9. November auf die Straße, um die Erinnerungen an jene Gräueltaten der Pogromnacht vor 77 Jahren wachzuhalten und zu zeigen, dass in unserer Stadt kein Platz für Rechtsextremismus ist.

„Was wir gelernt haben. Leben geht nur gemeinsam“, so das Motto der Mahn- und Gedenkveranstaltung, die von Stadtjugendring und Team Jugendarbeit organisiert wurde. Vom Jüdischen Friedhof an der Oberen Münsterstraße ging es zum Simon-Cohen-Platz, dem Standort der ehemaligen Synagoge. Hier fand die Kundgebung statt, an der rund 160 Bürger teilnahmen. Unter ihnen viele Jugendliche, die sich mit Gesang und Wortbeiträgen einbrachten.

„Das Geschehene ist unbegreiflich. Wir müssen uns dieser Unbegreiflichkeit stellen, uns erinnern und den Opfern ein Gesicht geben“, sagte Bürgermeister Rajko Kravanja.
Es gelte, Konsequenzen aus der Geschichte zu ziehen. Gerade in der jetzigen Situation, merkte Kravanja mit Blick auf die Flüchtlingskrise an, brauche es Menschen, die sagen: „Wir lassen nie wieder zu, dass Minderheiten Angst um ihre Sicherheit haben.“

Nur durch Kontakt könnten Vorurteile und Ängste auf beiden Seiten überwunden werden, meinte eine Jugendliche. Und Selbsthass dürfe nicht auf andere projiziert werden.

In einem Kreis vereinigt, bildeten Kreuz, Davidstern und Halbmond − als Symbole dreier großer Weltreligionen − den Umriss eines Engels. Der „Engel der Kulturen“ wurde bei der Veranstaltung verteilt. Er steht sinnbildlich für „ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen in Castrop-Rauxel.“
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