Fleisch nein, Blumen ja: Nutzen Castrop-Rauxeler die Biotonne?

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Mehr als 90 Prozent aller Haushalte in Castrop-Rauxel haben eine Biotonne.

Seit Jahresbeginn besteht bundesweit die Pflicht, Bioabfall vom Restmüll getrennt zu sammeln und der Verwertung zuzuführen. In Castrop-Rauxel gibt es bereits seit 1998 die Biotonne. Mehr als 90 Prozent aller Haushalte sind damit versorgt. Aber wird sie auch genutzt?

„Die Biotonne ist bei uns schon lange Pflicht. Sie ist an die Restmülltonne gekoppelt und in deren Gebühr mit eingeschlossen“, erklärt Hanna Fenner, Leiterin des EUV-Betriebshofes.
Die korrekte Befüllung der Biotonne durch die Castrop-Rauxeler Bürger funktioniere relativ gut. Im Jahr 2014 sammelten sie etwa 7.600 Tonnen Biomüll. „Wir bekommen kaum Beschwerden von der Kompostieranlage“, so Fenner. Der gesamte Biomüll der Stadt wird zum Biokompostwerk Gescher transportiert, wo er zu Kompost aufbereitet wird. Manchmal gebe es Probleme wegen kompostierbarer Bioabfalltüten. Diese zersetzten sich zwar, aber der Prozess sei zu kurz, bis der Abfall bereits in der Kompostieranlage lande, laute die Rückmeldung, die Fenner von der Kompostieranlage bekommen habe.
„Wenn wir eine Beschwerde erhalten, wissen wir, welches Fahrzeug und welche Tour es war.“ Dann würden die Müllwerker des EUV zukünftig auch mal genauer hingucken, was in der Biotonne entsorgt werde. Manche Fehleinwürfe fielen den Mitarbeitern auch aufgrund ihrer Erfahrung auf. „Kleintierstreu ist schwer. Die hat ein ganz anderes Gewicht“, erläutert Fenner, dass manchmal schon ein Griff zur Tonne reiche, um festzustellen, dass etwas nicht stimme.
Sei dies der Fall, bleibe die Biotonne stehen. „Dann kommt ein Klebezettel wegen der Fehlsortierung dran, und die Leute müssen für die Sonderleerung zahlen“, erklärt Hanna Fenner.
Doch nicht nur Kleintierstreu darf nicht in der Biotonne entsorgt werden. „Auch Fleisch gehört kategorisch nicht hinein.“ Außerdem bereite dem EUV im Sommer Grillkohle immer wieder Probleme. „Sie hemmt den Zersetzungsprozess“, hat Fenner von der Kompostieranlage erfahren.
Entsorgt werden sollen dagegen Küchen- und Bioabfälle aus dem Haushalt und Gartenabfälle.
Bei mehr als 90 Prozent liegt die Versorgung aller Castrop-Rauxeler Haushalte mit einer Biotonne. Von den übrigen Bürgern hätten viele einen Eigenkompostierer, wobei manche auch beides vorhalten, so Fenner.
„Bei den Wohnungsgesellschaften klappt es nicht immer so gut.“ So stünden nicht bei allen Großwohnanlagen Biotonnen bereit, und wenn doch, würden nicht alle Bewohner den Müll einwandfrei trennen. „Wenn die Leute Kartoffeln schälen, bringen sie den Abfall nicht immer runter zur Biotonne“, sagt die EUV-Mitarbeiterin und hat ein gewisses Verständnis dafür, dass eine Wohnung in einem großen Mietshaus nicht der optimale Ort ist, um Bioabfall immer korrekt zu trennen. Dann landen auch Lebensmittelreste und Schnittblumen schon mal in der Restmülltonne, obwohl sie in die Biotonne gehören, weiß Hanna Fenner.
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2 Kommentare
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Jörg Schwirtz aus Dortmund-Ost | 18.01.2015 | 22:04  
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Vera Demuth aus Castrop-Rauxel | 19.01.2015 | 10:45  
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