Florierendes Tauschgeschäft: EUV bot Stoffbeutel gegen Plastiktüte

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Asif Sharif und Sohn Paul Mikka (2) tauschen bei Hanna Fenner, Ressortleiterin Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, eine Plastiktüte gegen einen Baumwollbeutel.

Kein Entrinnen gab es für die Besucher des Viktualienmarkts. Wer sich am verkaufsoffenen Sonntag (23. Oktober) mit einer Plastiktüte auch nur dem Stand des EUV Stadtbetriebs am Reiterbrunnen näherte, wurde angesprochen, ob er seine Tüte nicht gegen einen Baumwollbeutel tauschen wolle. Viele Menschen kamen allerdings auch von selbst auf den Stand zu.

Manche hatten gerade etwas gekauft: Da wanderten dann Jacken oder Pfannen von einer Plastiktüte in den neuen Baumwollbeutel. Andere zogen leere Tüten aus ihren Hand- oder Jackentaschen, um das Tauschgeschäft zu machen. „Ich habe einen Plastikbeutel von meinem Sohn mitgebracht“, erzählte Ingeborg Hülsmann, die selbst gar keine Tüten mehr nutzt. „Aber mein Sohn kauft immer noch viel mit Plastiktüten.“
Christel Stankowski hat ebenfalls nur noch Stoffbeutel. „Und wenn ich ihn vergesse, stecke ich meine Ware in die Handtasche.“ Die Plastiktüte, die sie zum Tausch gegen eine Stofftasche abgab, hat sie kostenlos im Geschäft bekommen. „Das finde ich nicht in Ordnung.“ Seit dem 1. Juli gilt die Selbstverpflichtung des Einzelhandels, dass innerhalb von zwei Jahren 80 Prozent aller Kunststofftaschen kostenpflichtig sein müssen.

Mund-zu-Mund-Propaganda

„Wir waren auf Shoppingtour und haben durch Mund-zu-Mund-Propaganda von der Aktion erfahren“, so Friederike Schröder. Sie begrüßt die Idee, da es wichtig sei, Stoffbeutel parat zu haben, um nicht doch eine Plastiktüte kaufen zu müssen.
Asif Sharif glaubt, schon ein Umdenken bei den Konsumenten zu erkennen. „Die Geschäfte haben auf Druck der Regierung umgestellt, und es entwickelt sich eine Kultur, dass man einen Beutel dabei hat, auch für Kleidung.“
Zum Teil scheint es an diesem Bewusstsein aber noch zu mangeln. „Da hat man ein richtig schlechtes Gewissen, denn man hat ja Beutel zu Hause“ und „Wir wollten doch gar nichts einkaufen“ sind Stimmen beim Umtausch Plastik gegen Baumwolle zu hören.

Schlange bildete sich am Stand

Jedem der ausgegebenen Beutel liegt ein Infoblatt des EUV bei, in dem unter anderem auf das Problem der Verschmutzung von Straßen, Grünflächen und Gewässern durch Plastiktüten aufmerksam gemacht wird. „Selbst im Restmüll wären die Plastiktüten besser aufgehoben, als sie einfach in die Gegend zu werfen“, erläuterte Hanna Fenner, Ressortleiterin Abfallwirtschaft und Straßenreinigung. Letzteres käme jedoch ziemlich oft in Castrop-Rauxel vor. Das war auch der Auslöser dafür, die Tütentausch-Aktion zu veranstalten.
„Wir sind ganz baff. Es hätte nicht besser laufen können“, berichtete Fenner am Aktionstag. Schon zum Start habe sich eine Schlange an dem Stand eingefunden, und nach zwei von drei Stunden waren bereits mehr als die Hälfte der insgesamt 1.000 Beutel verteilt.
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