Gebäudewand gesprengt: Galabau-Firma füllte alte Lagerhalle auf ehemaligem Fuhrparkgelände meterhoch mit Erde

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Direkt hinter den Gärten der Anwohner an der Bladenhorster Straße wurde ein altes Lagergebäude meterhoch mit Erdreich angefüllt, bis jetzt der Teil einer Wand dem Druck nicht mehr standhielt.
 
Wie man vom Balkon der Anwohner der Bladenhorster Straße sieht: Auch auf dem Freigelände des ehemaligen städtischen Fuhrparks lagert der Pächter meterhoch Erde.

"Es gab einen dumpfen Krach, und mein Haus hat gezittert", erzählt Renate Schumacher, Anwohnerin der Bladenhorster Straße. Am Montagmorgen (10. Oktober) erlebte sie, wie ein Teil der Außenwand einer Lagerhalle auf dem ehemaligen Fuhrparkgelände an der Herner Straße, das direkt an ihr Grundstück grenzt, einstürzte.

Verwundert sind Renate Schumacher und ihre Nachbarn, die ebenfalls in der Stichstraße wohnen, aber nicht darüber, dass die Wand nachgegeben hat. Denn seit Monaten konnten sie beobachten, wie Mitarbeiter der Garten- und Landschaftsbaufirma, die das Gelände seit Juli 2013 von der Stadt gepachtet hat, meterhoch Erde in der Lagerhalle aufschütteten.
Lärm, Staub und Dreck waren den Hausbesitzern zuerst ein Dorn im Auge, als die Erdmassen auf dem Außengelände immer mehr anwuchsen. "Man konnte gar nicht mehr im Garten sitzen", schildert Schumacher die Situation, die die Anwohner zunächst veranlasste, sich an die Stadt zu wenden.
Stark beunruhigt hat die Hausbesitzer dann aber die Tatsache, dass die Firma auch die Lagerhalle mit der Erde füllte. Als erstes seien die Fenster geplatzt. "Das Gebäude war in Bewegung", sagt Thomas Lewik.
Ihre Befürchtungen hätten sie der Stadtverwaltung daraufhin ebenfalls mitgeteilt, so die Anwohner. "Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass Einsturzgefahr besteht", so Thomas Lewik.

Gespräch mit Bürgermeister

Seine Frau Isabella und Renate Schumachers Tochter hätten sogar das persönliche Gespräch mit Bürgermeister Rajko Kravanja gesucht. Später sei man von der Stadt angerufen worden, und die Anwohner vermuten, dass auch Mitarbeiter der Unteren Immissionsschutzbehörde, die zur Kreisverwaltung gehört, vor Ort waren.
Stadtsprecherin Maresa Hilleringmann bestätigt das Gespräch mit dem Bürgermeister. Auch seien der Stadt Beschwerden der Anwohner bekannt, aber ausschließlich wegen Lärm und Dreck. Diesen Beschwerden seien der Bereich Ordnung und Bürgerservice und auch die Kreisverwaltung nachgegangen. "Die Information, dass Erde in der Halle gelagert wird, ist erst durch den Einsturz beim städtischen Immobilienmanagement angekommen", so Hilleringmann.

"Getan hat sich nichts"

Dagegen erklären die Anwohner, dass sie auch Fotos, die die Lagerung der Erde in der Halle zeigen, an den Bürgermeister geschickt hätten. "Aber getan hat sich nichts", lautet ihr Fazit trotz ihrer zahlreichen Bemühungen.
Bis Montag. Als ein Teil der Wand einstürzte. "Große Betonteile und die Erde – alles lag vor meinem Grundstück", erzählt Renate Schumacher. "Ich habe Angst", sagt sie und fragt sich, was als nächstes passiert.
Auch Thomas Lewik ist in Sorge. "Was ist, wenn es heftig regnet? Habe ich dann Tonnen von Erde in meinem Garten? Ich habe kleine Kinder." In Richtung Stadtverwaltung sagt er: "Wir fühlen uns im Stich gelassen."

Halle ist nicht verpachtet

Wie die Stadtsprecherin erklärt, sei die Galabau-Firma nun aufgefordert worden, die Erde in der Lagerhalle schnellstmöglich zu entfernen. "Die Firma hat nur das Außengelände gepachtet, nicht die Halle", verdeutlicht Hilleringmann, dass das Unternehmen die Halle überhaupt nicht hätte nutzen dürfen.
Zudem sei am Mittwoch (12. Oktober) ein Statiker vor Ort gewesen, um die Standfestigkeit des Gebäudes zu prüfen. "Die eingestürzte Wand ist nicht tragend, und die Halle ist nicht einsturzgefährdet", so Hilleringmann.
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