Gegen Masern impfen lassen?

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Hält Impfungen für wichtig: Antje Pilz (l., im Bild mit Tochter Frieda und Martina Kwiatkowski, Leiterin des Stephanus-Kindergartens). Foto: Thiele

„Die Sterberate bei einer Masernerkrankung ist auch heute noch sehr hoch“, betonte der Castrop-Rauxeler Kinderarzt Ingo Meyer im Gespräch mit dem Stadtanzeiger. Das war im Dezember vergangenen Jahres. Jetzt schwappt eine Masernwelle durch Berlin und ein Kleinkind starb an der Infektionskrankheit. Der anderthalb Jahre alte Junge war nicht gegen Masern geimpft. Nun nimmt die Diskussion um das Thema „Impfungen“ wieder an Fahrt auf.

Eine Impfung gegen Masern soll zunächst freiwillig bleiben. Die Bundesregierung plant ein Präventionsgesetz, wonach sich Eltern in Sachen Impfung künftig vom Arzt beraten lassen müssen, bevor sie ihr Kind in die Kita geben. Bei der Kita-Anmeldung sollen Eltern dann in Zukunft einen Nachweis vorlegen, dass sie vom Arzt über die notwendigen Impfungen beraten wurden.

Das geht Kinderarzt Axel Dworniczak nicht weit genug. „Beratung alleine reicht nicht. Es muss mehr Druck gemacht werden.“
Beispielsweise dürften in den USA nur geimpfte Kinder in Kitas und Schulen gehen. „Ich wäre auch bei uns dafür“, meint Dworniczak.

Sowohl er als auch sein Kollege Ingo Meyer sind der Meinung, dass in der Region bereits viele Kinder ausreichend geschützt seien. Bei ihren Patienten liege die Impfquote bei annähernd 100 Prozent. „Nur wenige weichen vom Impfkalender ab“, so Meyer.

Impflücken

Trotz Impfempfehlung gebe es Impflücken. Sie bestünde aber eher bei denjenigen, die nach 1970 geboren wurden. Wer unsicher sei, sollte sich seinen Impfpass ansehen. „Wenn nicht zwei Impfungen dokumentiert sind, sollte man Rücksprache mit seinem Arzt halten“, rät Ingo Meyer.

Kindergarten

Und wie steht man im Kindergarten zum Thema? „Eltern sollten selbst entscheiden können, ob sie ihre Kinder impfen lassen oder nicht“, sagt Martina Kwiatkowski, Leiterin des Stephanus-Kindergartens an der Borghagener Straße. In ihrer Einrichtung wisse sie von keinen Eltern, die gegen eine Impfung wären.
Auch Antje Pilz ist dafür. Ihre Tochter Frieda (3) besucht den Stephanus-Kindergarten. „Ich halte das Impfrisiko für geringer als die Spätfolgen einer Erkrankung“, erklärt uns Antje Pilz. „Nach dem Fall in Berlin habe ich sofort nach- geschaut, ob wir alle geimpft sind. Ich halte die Impfungen für wichtig und vertraue unserem Kinderarzt.“

Info:
Laut Angaben des Kreises Recklinghausen liegt die Impfquote bei Kindern kreisweit bei 96 Prozent.
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