Geteiltes Echo: Ein erster Blick in die neuen Flüchtlingsunterkünfte in den Aapwiesen

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In der Mensa der Janusz-Korczak-Gesamtschule suchten die Besucher das Gespräch mit Bürgermeister Rajko Kravanja und Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Noch wohnen keine Flüchtlinge in dem umgebauten Pavillon an der Janusz-Korczak-Gesamtschule, und der Umbau der ehemaligen Grundschule an der Marienburger Straße ist noch nicht abgeschlossen. Doch Bürgermeister Rajko Kravanja hatte die Anwohner der Aapwiesen am Freitag (10. Februar) vorab zu einer Besichtigung eingeladen.

Mit 60 bis 70 Besuchern war das Interesse nicht allzu groß. Dafür fiel die Meinung darüber, dass in den beiden Gebäuden bald Flüchtlinge untergebracht werden könnten, durchaus unterschiedlich aus.
Ganz klar gegen die Pläne, Flüchtlinge in einem Wohngebiet mit Schule und Kita unterzubringen, äußerten sich drei Anwohnerinnen der Aapwiesen. "Man kann seine Kinder nicht mehr herumlaufen lassen" und "Ich gehe abends nicht ohne Reizgas aus dem Haus", schilderten sie ihre Ängste. Sie waren zur Besichtigung gekommen, um dem Bürgermeister ihre Bedenken mitzuteilen.

"Nichts zu verstecken"

"Ein diffuses Bauchgefühl ist völlig normal", sagte dieser gegenüber einem Paar, das die Einladung ebenfalls angenommen hatte. "Man hört immer nur Dinge. Wir wollten gucken, wie es wirklich ist", erklärte die Frau. Sie interessierte sich für die vorgesehene Bettenanzahl und bestätigte damit die Absicht Kravanjas mit dem Besichtigungstermin. "Wir haben ja nichts zu verstecken. Je mehr Informationen jeder bekommt, desto besser ist es für alle", meinte er.
Im Pavillon werden es 54 und in der Grundschule 59 Betten sein, deren Anzahl im Bedarfsfall jeweils verdoppelt werden kann. Zu Demonstrationszwecken waren zwei der Schlafräume im Pavillon mit Etagenbetten sowie ein Spielzimmer mit Spielsachen ausgestattet. Voraussichtlich bis zum Juli soll die Grundschule zur Unterkunft umgestaltet werden.
"Das ist sehr steril. So möchte ich nicht wohnen", schilderte eine Anwohnerin ihren Eindruck von den umgebauten Räumen. Berührungsängste habe sie nicht. "Wenn sie da sind, sind sie da", sagte sie über die möglichen neuen Bewohner.

Möglicher Bezugstermin ist offen

Wann Flüchtlinge einziehen könnten, steht nicht fest. Noch verfüge die Stadt in ihren Unterkünften über 200 freie Plätze, so Susanne Köhler, Leiterin der Fachstelle für Asylbewerber und Obdachlose. Untergebracht seien zurzeit etwa 650 Personen.
Unklar ist ebenfalls, wann der Stadt weitere Flüchtlinge zugewiesen werden könnten. "Wir sind im Gespräch mit der Bezirksregierung Arnsberg", sagte Sozialdezernentin Regina Kleff, und Köhler ergänzte, dass man jeden Tag auf eine Zuweisung warte: "Wir möchten lieber jetzt welche, lieber jede Woche, und dafür nicht so viele auf einmal."
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