"Gift-Boden" wird ausgetauscht

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Der Ascheplatz neben dem Stadion am Europaplatz wird saniert. Foto: Archiv

Ab heute (20. Februar) wird der Boden auf dem Ascheplatz neben dem Stadion am Europaplatz saniert. Auf dem Gelände sollen neue Proben- und Lagerräume für das Westfälische Landestheater (WLT) entstehen. Im Herbst war dort zum Teil stark belastetes Erdreich gefunden worden (wir berichteten).

Bei Baugrunduntersuchungen waren die Experten auf PAK (polyzyklische Kohlenwasserstoffe) gestoßen. "Sie stammen aus der Teerproduktion und sind in den fünfziger Jahren mit Bauschutt auf dem Gelände abgelagert worden", beschreibt Thorsten Werth-von Kampen, Umweltexperte des EUV Stadtbetriebs, die Ursache der Verunreinigung. Da Grenzwerte überschritten werden und Probleme für das Grundwasser entstehen könnten, müsse saniert werden.

Entsorgung organisieren

Begonnen mit den Sanierungsarbeiten wird laut Werth-von Kampen auf der Fläche entlang der B 235, auf der die künftigen Gebäude entstehen. "Hier am Rand ist der Boden wenig belastet und mit geringem Aufwand zu sanieren."
Der vorhandene Boden werde in einer Dicke von 80 bis 100 Zentimetern abgetragen, zu einer Miete aufgehäuft und mit Planen abgedeckt. Proben sollen dann den Grad der Verunreinigung feststellen, um die Entsorgung zu organisieren. Denn das Gesamtgelände sei unterschiedlich stark belastet. Der abgetragene Boden wird durch natürlichen Boden und Schotter ersetzt.

Drei Bereiche des Ascheplatzes sind nach EUV-Angaben intensiv, vier weitere weniger intensiv belastet. "Diese Fläche muss qualifiziert versiegelt werden, das heißt, sie erhält durch eine Asphaltschicht eine dichte Oberfläche."

Bei den Sanierungsarbeiten werde es wegen der PAK zu Geruchsbelästigungen kommen. Werth-von Kampen: "Die menschliche Nase ist zehn Mal so empfindlich wie unsere Messgeräte. Gefahr besteht nur bei Hautkontakt. Oder wenn der Stoff geschluckt würde. Daher tragen die Arbeiter Schutzanzüge."
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Roland Nelke aus Castrop-Rauxel | 22.02.2017 | 15:53  
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