Hilfe für alte Menschen: EvK hat Gerontopsychiatrie eröffnet

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Im Aufenthaltsraum der neuen Gerontopsychiatrie des EvK (v.l.): Psychiater Dr. Uwe Knierim, Neurologe Dr. Ralf-Jochen Kuhlmann, EvK-Geschäftsführer Wilfried Diekmann, der designierte Bürgermeister Rajko Kravanja, Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgesellschaft, sowie Psychiater Dr. Udo Bonnet.

„Auch alte Menschen werden psychisch krank“, sagt Dr. Udo Bonnet, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie am Evangelischen Krankenhaus. Um ihnen künftig noch besser helfen zu können, hat die Klinik an der Grutholzallee nun eine Abteilung für Gerontopsychiatrie eröffnet.

„In Castrop-Rauxel gibt es ein gutes Altenhilfesystem, aber bisher ohne stationäres System“, so Bonnet. Dies hat sich nun mit der neuen Station des EvK, die am Montag (5. Oktober) ihren Betrieb aufgenommen hat, geändert. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Seelsorgern kümmert sich um die Patienten.
Diese leiden etwa an Demenz, Depressionen, Angst-, Wahn- oder Suchterkrankungen. Wie Dr. Ralf-Jochen Kuhlmann, Arzt für Neurologie und Psychiatrie, betont, sei bei ihrer Behandlung die enge Zusammenarbeit von Neurologie, Psychiatrie sowie Geriatrie wichtig. Neben der neuen Gerontopsychiatrie finden sich daher im selben Gebäude auch die neurologische und die psychiatrische Abteilung des EvK.

Drei Millionen investiert

Rund drei Millionen Euro hat das Krankenhaus in die neue Station investiert, für die das bestehende Gebäude um eine Etage aufgestockt wurde. „Auf einer Nutzfläche von 1.400 Quadratmetern ist die Ebene auf die besonderen Bedürfnisse der Patienten ausgelegt worden“, erläutert Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft.
30 Betten in Zweibettzimmern umfasst die Abteilung. Davon sind 20 Betten dem psychiatrischen Bereich und zehn dem neurologischen Bereich zugeordnet. Hinzu kommen Untersuchungs- und Therapieräume, Snoozle­raum sowie ein Aufenthaltsraum.

Geschützer Bereich

Zudem lässt sich ein sogenannter geschützter Bereich mit wahlweise sechs oder zwölf Betten einrichten. Hier können Patienten, die etwa an wahnhaften Erkrankungen leiden, für einen kurzen Aufenthalt untergebracht werden. Eine reizarme Umgebung diene dazu, „dass die Patienten sich beruhigen können“, erläutert Bonnet.
„Es ist eine Akut-, keine Pflegeeinrichtung“, macht Bitter mit Blick auf die gesamte Station deutlich. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten auf der Geronto­psychiatrie betrage 24 Tage.
Für ihre Behandlung und Betreuung „sind zusätzlich 15 Pflegestellen geschaffen worden“, so Bitter. Auch die „ärztlichen und therapeutischen Anteile“ sollen erhöht werden, sodass der Geschäftsführer davon ausgeht, dass bis Ende dieses Jahres knapp 20 Stellen entstanden werden seien.
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1 Kommentar
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Dr. Michaela de Groot aus Bottrop | 07.10.2015 | 17:34  
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