Integration bei den Roten Funken: Gemeinsam auf der Bühne

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Integration wird bei der KG Rote Funken groß geschrieben. Lilly (2.v.r.) gehört zur Mini-Gruppe, die jetzt einen neuen Showtanz für die kommende Karnevalssession einübt. Die Sechsjährige hat das DiGeorge-Syndrom. (Foto: Thiele)

In dieser Woche hat das Training für den neuen Showtanz begonnen, den die Mini-Gruppe der KG Rote Funken in der kommenden Karnevalssession aufführen wird. Mit dabei ist die sechsjährige Lilly. Sie hat das DiGeorge-Syndrom.

„Ich habe bei vielen Vereinen angefragt, damit Lilly Sport oder Ballett machen kann, aber wenn ich gesagt habe, dass sie geistig behindert ist, hieß es nein“, erzählt ihre Mutter Melanie Förster. „Ich spiele mit offenen Karten. Etwas anderes hat ja keinen Sinn.“
Etwa zwei Jahre ist Lilly, die im Mai sieben Jahre alt wird, aufgrund eines Chromosomenfehlers in ihrer geistigen Entwicklung zurück. Außerdem hat sie eine Seh- und Hörschwäche, Klumpfüße und ein Hohlkreuz.
In der Mini-Gruppe der Roten Funken spielt das aber keine Rolle. Seit einem Jahr tanzt Lilly bereits mit. „Melanie Appel hat sofort gesagt, ,Wir probieren es‘“, erinnert sich Lillys Mutter.
Das bestätigt die Trainerin der Minis. „Bei uns kann jeder mitmachen, auch mit Handicap“, erläutert Appel. „Ich gucke immer, wie weit das Kind mitgeht.“ In der Mini-Gruppe, der zurzeit etwa zehn Kinder im Kindergartenalter angehören, geht es vor allem darum, dass diese Spaß am Tanzen gewinnen. „Wir suchen keine fertigen Tänzer“, betont Appel.

Dreiminütiger Showtanz

Die Kinder studieren für jede Session einen etwa dreiminütigen Showtanz ein. Zuletzt standen sie als kleine Schäfchen auf der Bühne. Nun hat das Training für den neuen Tanz, der ab Herbst aufgeführt wird, begonnen. Schrittfolgen und Bewegungsabläufe passend zur Musik müssen dafür geprobt werden.
Zusammen mit den anderen Kindern übt auch Lilly die ersten Schritte für den neuen Tanz ein. „Die Kinder haben sie super integriert“, so ihre Mutter. Wenn Lilly mal etwas nicht verstehe, erklärten die anderen Minis es ihr. Und auch Trainerin Melanie Appel unterstütze Lilly, „wenn sie mehr Erklärungen oder mehr Zeit braucht“, sagt Förster.
„Lilly ist selbstständiger und selbstbewusster geworden“, hat sie im Laufe der vergangenen zwölf Monate festgestellt. „In der Kita wollte sie nie auftreten“, erinnert sie sich.
Jetzt dagegen freut sich Lilly darauf, ab Herbst wieder mit den Minis auf der Bühne stehen zu können. Sie hat viel Spaß an dem gemeinsamen Sport mit den anderen Kindern im Gymnastikraum der Turnhalle Deininghausen gewonnen.

"Nicht den Mut verlieren"

Für Melanie Förster ist Lillys Entwicklung eine sehr positive Erfahrung, und sie ist begeistert, dass die Roten Funken ihrer Tochter dies ermöglichen. „Ich kann nur jedem empfehlen, der ein besonderes Kind hat, den Mut nicht zu verlieren. Es gibt Vereine, die die Kinder aufnehmen.“
Schulisch hat sich Lillys Mutter jedoch für einen anderen Weg entschieden. Lilly besucht die erste Klasse der Schule Oberwiese in Waltrop, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. „Die schulische Inklusion ist in Deutschland noch nicht so weit, wie sie sein sollte, und ich möchte nicht, dass Lilly zum Versuchskaninchen wird“, sagt Melanie Förster.
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