Kurz vorm Einzug: 36 Quadratmeter für je zwölf Flüchtlinge

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70 mal 15 Meter betragen die Maße einer Leichtbauhalle. Bis zu 252 Flüchtlinge sollen hier in 21 Kabinen à 36 Quadratmetern untergebracht werden.
 
Das Aufenthaltszelt soll unter anderem mit Tischtennisplatte, Kicker und Fernseher bestückt werden. Außerdem soll es zum Essen dienen.

Als „funktionales kleines Städtchen“ bezeichnet Michael Vaupel, Vorstand des DRK-Kreisverbands Recklinghausen, die Großnotunterkunft des Landes für Flüchtlinge an der B235. „Es ist kein Luxus, aber es ist für alles gesorgt.“ Vor der Inbetriebnahme der Unterkunft lud die Stadt nun zu einem Pressetermin auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände ein.

Mehr als zehn Hallen und Zelte wird die Landeseinrichtung umfassen. Vier Leichtbauhallen mit einer jeweiligen Größe von 1.050 Quadratmetern sollen Schlafplätze für insgesamt 1.000 Menschen bieten. Unterteilt sind sie in je 21 Kabinen à sechs mal sechs Meter für jeweils zwölf Personen. Somit können bis zu 252 Menschen darin untergebracht werden.
Drei Sanitärzelte werden Duschen und Toiletten beinhalten. Da im Allgemeinen mehr Männer als Frauen in einer Unterkunft lebten, geht Vaupel davon aus, dass zwei Zelte Männern zur Verfügung stehen werden und eines den Frauen.
Daneben wird es eine Registrierungshalle, eine Aufenthaltshalle, eine weitere für Kinder, eine Küchenhalle, ein Sanitätszelt sowie einen Verwaltungscontainer für das Betreuungspersonal geben. „Außerdem sollen noch zwei Lagerzelte, zum Beispiel für Gebrauchtkleidung, und ein Waschcontainer mit Waschmaschinen kommen“, erklärt Vaupel.

Erste Doppelstockbetten kommen am Freitag

Noch sind die meisten Hallen leer und nur zum Teil bereits mit Duschen und Toi­letten bestückt. „Am Freitag werden die ersten 250 Doppelstockbetten aus Holz mit Matratzen und Bettzeug geliefert“, so Vaupel. Sie sollen am Samstag und Sonntag von Ehrenamtlichen aufgebaut werden. Zusätzlich zu den jeweils sechs Doppelstockbetten soll jede Kabine mit einem Tisch und sechs Stühlen eingerichtet werden.
Bis zur Inbetriebnahme der Landeseinrichtung sollen die Bereiche rund um die Hallen sowie die Hauptachsen noch asphaltiert werden. „Auch als Rettungswege“, so Vaupel.
Die Unterkunft wird zwei Zu- und Ausgänge haben: einen für den Autoverkehr zur B235 hin und einen zweiten zur Klöcknerstraße, der zu Fuß genutzt werden soll.
Neben dem schon bestehenden Zaun um das Gelände wird ein zweiter innerer Zaun errichtet. Der Sicherheitsdienst wird sich innerhalb der beiden Zäune bewegen.
Von zwei Freiflächen auf dem Gelände soll die eine als Bewegungsfläche und die andere als Sammelplatz bei eventuellen Unglücken genutzt werden. Was eine mögliche Erweiterung der Unterkunft angeht, sagt Vaupel: „Das ist nicht vorgesehen und wäre auch nicht optimal.“
Die Leitung der Unterkunft wird Horst Kreienkamp übernehmen. Der 63-jährige Herner war bis zu seiner Pensionierung vor drei Jahren Leiter der Feuerwehr Recklinghausen.

Bis zu 100 Vollzeitstellen für die Betreuung

Wenn die Einrichtung voll belegt ist, „sind für die Betreuung bis zu 100 Vollzeitstellen des DRK erforderlich“, macht Vaupel deutlich. „Die Betreuung läuft 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche.“ Hinzu kommen unter anderem Sicherheitsdienst, Reinigungskräfte und Caterer.
Wie lange die Unterkunft in Betrieb sein werde, kann niemand voraussagen. Zunächst läuft der Pachtvertrag mit E.on bis zum 31. Dezember 2016. „Mit Verlängerungsoption“, ergänzt Vaupel.
Als Starttermin für die Notunterkunft sei der 7. Dezember avisiert, erklärt Bürgermeister Rajko Kravanja. „Mit einem kleinen Fragezeichen“, fügt er an, und tatsächlich geht Vaupel aufgrund seiner bisherigen Erfahrung davon aus, dass die Unterkunft erst am 14. Dezember betriebsbereit sein wird. Zuvor soll es noch eine Begehung für Bürger geben.
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