Mehr Einsätze durch Rauchmelder: Feuerwehr verzeichnet aber auch viele Fehlalarme

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Durch Rauchmelder stieg die Zahl der Feuerwehr-Einsätze (im Bild: Sebastian Plischke), aber auch die Zahl der Fehlalarme. Archivfoto: Thiele

Die seit Jahresbeginn geltende Pflicht für Rauchmelder in allen Wohnungen macht sich bei der Castrop-Rauxeler Feuerwehr bemerkbar. „Die Zahl unserer Einsätze ist gestiegen“, berichtet Alexander Gröne vom Vorbeugenden Brandschutz. Er schätzt, dass es etwa zehn Prozent mehr sind.

Aus seiner Sicht ist die Pflicht eine wesentliche Verbesserung. „In den vergangenen Jahren hat es einige Fälle gegeben, wo jemand in seiner Wohnung erstickt oder in letzter Minute mit einer schweren Rauchvergiftung ins Krankenhaus gekommen ist“, weiß Gröne. Schon jetzt zeichne sich ab, dass durch die Rauchmelder Brände früher erkannt würden und dadurch die Anzahl der Vergiftungen abnehme.

60 Prozent Fehlalarme

Trotz der positiven Entwicklung verzeichnet die Feuerwehr aber auch viele Fehlalarme. Gröne geht davon aus, dass 60 Prozent aller durch einen Rauchmelder ausgelösten Meldungen Fehlalarme sind. „Das ist aber nicht schlimm. Wir fahren trotzdem raus. Dafür sind wir da.“
Über die Fehlalarme, die dadurch ausgelöst werden, dass der Rauchmelder signalisiert, dass die Batterie alle ist, wundert sich Gröne aber ein wenig. „Es gibt Bewohner, die wissen nicht, ob es bei ihnen brennt“, erzählt er aus der Praxis. „Sie könnten den Rauchmelder einfach wegschmeißen, aber stattdessen rufen sie uns an.“
Er betont aber: „Wenn wir nur ein Menschenleben retten, nehmen wir es auch in Kauf, bei Fehlalarmen rauszufahren.“
Allerdings versucht die Feuerwehr schon am Telefon abzuklären, ob tatsächlich ein Zimmerbrand ausgebrochen ist oder ein Fehlalarm vorliegt. Zusätzlich zur Feuerwehr rücken bei einem Brand nämlich auch zwei Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr aus. „Wir können die Kollegen aber nicht immer von ihrer Arbeit abziehen, wenn es nur ein Fehlalarm ist“, erläutert Alexander Gröne vom Vorbeugenden Brandschutz.

Kein flächendeckender Standard

Als großen Schritt nach vorn bezeichnet Ulrich Vogel, Leiter der Feuerwehr, die Einführung der Heimrauchmelder-Pflicht. Jedoch würde teilweise die Meinung vertreten, dass man mit ihrer Einführung „nun weniger Einsatzkräfte bei der Feuerwehr braucht und so Geld sparen kann“. Gegen diese These wehrt sich Vogel. Denn die Pflicht garantiere keinen flächendeckenden Standard im Stadtgebiet, da man sich nicht darauf verlassen könne, dass alle Hausbesitzer die Melder installierten und dann auch regelmäßig warteten.
Besitzern, die der Pflicht noch nicht nachgekommen sind, empfiehlt Alexander Gröne, beim Kauf eines Rauchmelders auf das VdS-Prüfsiegel zu achten.
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