Mit Parkscheibe gegen Dauerparker / 30-Euro-Knöllchen drohen

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Auf dem Parkplatz von Thomas Philipps ist eine Parkscheibe jetzt Pflicht. Foto: privat

Seit Anfang Mai darf auf dem Parkplatz des Sonderposten-Anbieters Thomas Philipps an der Poststraße in Habinghorst nur noch mit Parkscheibe geparkt werden. Wer die Neuregelung auf dem Privatgelände nicht beachtet, riskiert ein "Knöllchen" über 30 Euro.

Verärgert meldeten sich Kunden des Geschäftes beim Stadtanzeiger. Sie hatten ein "Knöllchen" von Mitarbeitern des Stuttgarter Unternehmens "Park + Control" erhalten, das die Einhaltung der Parkscheiben-Regelung auf dem Geschäfts-Parkplatz überwacht.
"Wir haben die Parkscheiben-Pflicht eingeführt, weil seit Jahren Dauerparker unseren Parkplatz blockieren", erläuterte Annemarie Gerlach, Inhaberin des Geschäftes, gegenüber dem Stadtanzeiger.
Wer bei Thomas Philipps, seit sechs Jahren an der Poststraße in Habinghorst ansässig, einkaufen möchte, kann den Parkplatz vor dem Geschäft für 90 Minuten kostenlos nutzen. Dafür muss er aber die Parkscheibe benutzen. Darauf weist Inhaberin und Marktleiterin Annemarie Gerlach im Gespräch mit dem Stadtanzeiger hin.
"Seit Anfang des Monats gilt diese Regelung. Unser Parkplatz fasst etwa 25 Autos. Oft belegen aber Dauerparker, die etwa umliegende Arztpraxen aufsuchen, etliche Plätze", so Gerlach. "Vor einiger Zeit ist das Unternehmen ,Park + Control' an uns herangetreten. Wir fanden das Konzept der Parkraumüberwachung schlüssig." Die 30 Euro für das ,Knöllchen' würden von ,Park + Control' festgelegt. "Wir erhalten davon nichts."

Stichproben-Kontrolle

Zwei Mal am Tag seien Mitarbeiter des Stuttgarter Unternehmens vor Ort und überprüften sozusagen stichprobenartig das Einhalten der Parkscheiben-Regelung. Die Kunden seien durch Plakate auf die Änderungen beim Parken hingewiesen worden. "Ich verstehe, dass einige verärgert sind, weil sie ein ,Knöllchen' bekommen haben. Diese Kunden können mich direkt ansprechen. Es gibt aber auch Kunden, die sich darüber freuen, dass endlich etwas gegen die Dauerparker unternommen wird", beschreibt Annemarie Gerlach das geteilte Echo auf die Parkscheiben-Regelung.

Zehn-Minuten-Einkauf

Mit Knöllchen und Kassenbon erschien Friedrich Maxin in der Stadtanzeiger-Redaktion: "Ich war gerade mal zehn Minuten im Geschäft. Und dann 30 Euro Strafe." Er hatte keine Parkscheibe benutzt, weil er die Hinweise auf die Neuregelung nicht wahrgenommen hatte. Ein Mitarbeiter des Geschäftes habe ihm gesagt, die Schilder stünden seit etwa einer Woche. Und Maxins Vermutung, mit den ,Knöllchen' werde ja mehr Geld eingenommen als durch den Verkauf von Waren, habe der Mitarbeiter nicht einmal widersprochen.

Auch Kundin Ulrike Hagemann ist sauer: Sie hatte nach einem halbstündigen Einkauf ein 30-Euro-,Knöllchen' am Auto. Auf Nachfrage habe sie im Geschäft nur die Auskunft erhalten: "Wer den Parkplatz befährt, akzeptiert damit die Allgemeinen Geschäftsbedingungen." Sie habe in der Sache einen Rechtsanwalt eingeschaltet.
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