Nach Kriegshetze-Vorwurf in TV-Beitrag: Mevlana-Gemeinde äußert sich

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Ein Beitrag in der TV-Sendung "Kontraste" befasste sich unter anderem mit der Mevlana-Gemeinde auf Schwerin.

Ein Beitrag in der Fernsehsendung "Kontraste" sorgt für Diskussionen. Unter anderem sind dort auch Mädchen der Mevlana-Gemeinde auf Schwerin beim Singen gewaltverherrlichender Lieder zu sehen – so geht es jedenfalls aus der Übersetzung des Textes hervor. Der Beitrag war mit dem Satz betitelt "Wie türkische Ditib-Moscheen Kinder für die Kriegshetze instrumentalisieren."

Der Beitrag wurde vor rund zwei Wochen ausgestrahlt. Der Vorstand der Ditib-Gemeinde hat mittlerweile Stellung bezogen. Unter anderem heißt es in der Erklärung:
"Wir müssen zugestehen, dass wir uns über die Inhalte der Texte nicht ausreichend bewusst waren und müssen letztendlich erkennen, dass wir es als Vorstand auch falsch eingeschätzt bzw. es verpasst haben, die Inhalte besser zu prüfen und rechtzeitig einzugreifen. Für uns als Vorstand besteht kein Zweifel daran, dass wir als Verantwortliche in Zukunft stärker unserer Führungsaufgabe und Kontrollfunktion nachkommen müssen, damit sich solche problematischen Aufführungen in unserer Gemeinde nicht wiederholen."

Die Berichterstattung in der Sendung stuft der Gemeindevorstand indes als "politisch und tendenziös" ein. Verschiedene Formen der Andacht seien miteinander vermengt, Inhalte aus dem Kontext gerissen und zu einem Gesamtbild über die Ditib und ihre Gemeinden zusammengetragen worden, "das unserer Vielfalt und dem Beitrag der Ditib-Gemeinden für unsere Gesellschaft nicht gerecht wird." Diese Kritik solle jedoch nicht die Instrumentalisierung von Kindern für politische oder gar militärische Aktivitäten entschuldigen.

"Das Bestreben der Gemeinde war und wird es immer bleiben, ein Teil der Gesellschaft zu sein und als Gemeinde dieser Verantwortung nachzukommen. Hierfür streben wir immer eine hohe Transparenz und einen offenen Dialog an (...). Solche öffentlichen Debatten zeigen uns, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um ein friedvolles und vertrauensvolles Zusammenleben zu gestalten – unser Grundgesetz bietet hierzu die beste Grundlage."

Hintergrund:

Die in der ARD gezeigten Bilder entstanden bei einer Gedenkfeier auf Schwerin. Dort sei es um die Gefallenen im Ersten Weltkrieg gegangen, teilt der Vorstand der Ditib-Gemeinde mit. Besonders die Schlacht von Canakkale (Gallipoli) habe eine lange Tradition in der Gedenkkultur. Nicht zuletzt, weil fast jede türkische Familie mindestens einen Verwandten unter den 250.000 gefallenen Soldaten gehabt habe. Ebenso habe der Sieg am 18. März 1915 unter der Führung von Staatsgründer Atatürk wesentlich zur nationalen Bewusstwerdung des türkischen Volkes beigetragen.

Das sagen die Castrop-Rauxeler Ratsfraktionen:
http://www.lokalkompass.de/castrop-rauxel/leute/me...
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