Risse in der Kellerdecke: Hausbesitzer sieht Ursache dafür in Straßenschäden

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Risse in seiner Kellerdecke beklagt Dieter Richter, Anwohner der Leveringhauser Straße. Die Ursache für die Schäden sieht er im schlechten Straßenzustand vor seinem Haus.
 
Teile seiner Kellerdecke hat Dieter Richter, Anwohner der Leveringhauser Straße, bereits mit Brettern und Balken abgestützt. „Sonst kommt alles runter“, sagt er über den Zustand der Decke.

Sorgen um sein Haus an der Leveringhauser Straße in Ickern macht sich Dieter Richter. Große, tiefe Risse haben sich in seine Kellerdecke gegraben, und einen Teil der Decke hat er vor einigen Wochen mit dicken Bohlen und Brettern abstützen müssen. „Da kam der Putz runter“, sagt er und befürchtet, dass die Schäden noch gravierender werden. Schuld daran ist seiner Meinung nach der schlechte Zustand der Leveringhauser Straße.

„Wenn ein Lkw vorbeifährt, ist es hier nur am Wackeln“, schildert der 67-Jährige die Situation. Gläser und Geschirr klirren dann im Schrank. Auch seine Nachbarn bemängeln Schäden an ihren Häusern. „Die Dusche und die Wanne setzen sich. Das sieht man an den Silikonfugen“, erzählt Christine Baran, die Schwiegertochter von Dieter Richter, die im Nachbarhaus wohnt.
Richter selbst lebt sei zehn Jahren in seinem Haus. „Seitdem ist es immer schlimmer geworden“, sagt er über die Schäden an dem Gebäude.
Wegen der Erschütterungen durch Lkw und Busse und wegen ihrer Auswirkungen hat er bereits Kontakt zur Unteren Immissionsschutzbehörde aufgenommen. „Die haben mir gesagt: ,Machen Sie bloß was‘.“

Straßen.NRW kontaktiert

Abhilfe erhofft Richter sich vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, denn die Leveringhauser Straße ist eine Landesstraße. Vor rund einem Jahr sei auf einem Großteil der Straße die Fahrbahndecke erneuert worden, aber nicht im Bereich vor Richters Haus. „Nur die weißen Streifen sind neu. Das ist alles“, sagt Baran.
„Kein Geld“, so habe er von Straßen.NRW erfahren, sei der Grund dafür, dass man nicht die komplette Straßendecke saniert habe, erklärt Richter. Stattdessen sei auf einer Strecke von 150 Metern eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern eingerichtet worden. Schon oft habe er mit der Betriebsdienstleiterin der Straßenmeisterei in Marl wegen der defekten Straßendecke telefoniert. „Sie hat versprochen, dass man sich kümmert“, so Richter, aber bisher sei nichts passiert.

Nicht genügend Geld

Peter Beiske, Medienbeauftragter bei Straßen.NRW, bestätigt auf Stadtanzeiger-Nachfrage die Sanierungsarbeiten Ende 2014/Anfang 2015 und auch die Geldnot. „Wir haben nur ein geringes Budget für die Landesstraßen, und irgendwo musste Schluss sein“, erläutert er, warum nicht die gesamte Leveringhauser Straße erneuert worden sei. Nur an den „schlimmsten Stellen ist die Straßendecke neu gemacht worden“.
Ganz konkret bemängelt Richter eine defekte Stelle in der Fahrbahn, die fast direkt vor seinem Haus liegt. Auf einer Breite von etwa 1,50 Metern ist hier die gesamte Fahrspur aufgefräst und wieder verschlossen worden. Dies sei bereits vor einigen Jahren gewesen, sagt Richter, der davon ausgeht, dass das Loch nicht wieder richtig verfüllt worden ist. Seitdem seien die Fräskanten immer holpriger geworden.

"Jede Öffnung verschlechtert Straßendecke"

„Das hat der Landesbetrieb nicht veranlasst“, sagt Beiske. Er vermutet, dass hier ein Energieunternehmen an eine Versorgungsleitung musste. In der Regel würden solche Öffnungen wieder ordnungsgemäß verschlossen. „Aber jede Öffnung verbessert natürlich eine Straßendecke nicht“, gibt er zu.
Anfang Februar starte eine neue Submission und Bauunternehmen könnten Angebote einreichen, kündigt Beiske an. „Dann haben wir neue Finanzmittel und können wieder Stellen ausbessern.“ Ob dann auch der Bereich vor Dieter Richters Haus darunter sei, könne er aber nicht versprechen.
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1 Kommentar
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Wolfgang Höffchen aus Castrop-Rauxel | 21.01.2016 | 15:24  
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