Stadtanzeiger-Serie (5): Junges Castrop: Marcia Köhler engagiert sich im KiJuPa

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Die wichtigsten Grundrechte von Kindern haben die Mitglieder des KiJuPa auf einen Schirm geschrieben. Foto: Wengorz
Tierärztin, Schauspielerin, Sängerin... Dies sind die wohl typischsten Berufe, die man genannt bekommt, wenn man ein kleines Mädchen fragt, was es denn später einmal werden möchte. Nicht so bei Marcia Köhler. Im Alter von 8 Jahren stellte die heute 16-Jährige fest: „Ich werde Politikerin!“ – und sie ließ sich von ihren Mitschülern ins Kinder- und Jugendparlament der Stadt wählen.

Aktiv werden, sich einmischen und sich öffentlich für die Rechte anderer Menschen stark machen. Für Marcia Köhler war das schon als Kind eine Selbstverständlichkeit.
„Damals ging es mir um mehr Freizeitmöglichkeiten für Kinder, um Spielplätze, die besser ausgebaut sind, und um sichere Straßen“, erinnert sie sich. Seit mittlerweile acht Jahren gehört die EBG-Schülerin dem Castroper Kinder- und Jugendparlament an. Dieses bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich einzumischen, ihre eigenen Interessen innerhalb der Stadt zu vertreten und dabei viel über das Funktionieren von Politik zu lernen. „Ich fand die Idee ziemlich cool, Dinge mitzubestimmen, vor Leuten zu reden und seine Meinung zu vertreten“, erzählt Marcia.
In den acht Jahren habe man gemeinsam einige spannende Projekte umsetzen können. „Wir haben zum Beispiel einen Film über die zehn wichtigsten Kinderrechte gedreht“, berichtet die 16-Jährige. Ein weiteres spannendes Projekt sei die gemeinsame Umgestaltung des Kreisverkehrs am Hauptbahnhof gewesen.
Erst vor wenigen Tagen kamen Marcia und einige weitere KiJuPa-Mitglieder von einer Fahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz zurück. „Wir hatten ein Projekt gegen Rechtsradikalimus“, erklärt sie. Dabei sei der Wunsch entstanden, mehr über die deutsche Nazi-Vergangenheit zu erfahren, als man aus Büchern lernen könne. Wirklich greifbar sei es aber dennoch nicht geworden. „Selbst wenn man da steht und das alles vor sich sieht – eine Zahl von 6.000.000 ermordeten Juden kann man sich einfach nicht vorstellen.“
Als besonders bewegend habe sie das Gespräch mit einem Zeitzeugen erlebt, „ein Pole, der als Häftling dort gewesen ist. Er hat gesagt, dass er zum Beispiel ein schwereloses Glücklichsein überhaupt nicht kennt und auch kein lautes Lachen. “
Im Anschluss an den Besuch habe man sich in der Gruppe zusammengesetzt. „Man wollte irgendwie reden, konnte aber nicht.“
Denkt Marcia Köhler an ihre bisherige Zeit im KiJuPa zurück, fallen ihr vor allem auch die von den Kindern und Jugendlichen mitorganisierte Gala für Zivilcourage und der Weltkindertag ein. Bei beiden Veranstaltungen durfte sie sich als Moderatorin ausprobieren. Etwas, das einen nachhaltigen Eindruck bei ihr hinterlassen habe. „Politikerin möchte ich heute nicht mehr werden“, erzählt sie. „Lieber etwas in Richtung Journalismus oder Moderation.“
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