Steine bringen zum Stolpern

Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule riefen dazu auf, nie zu vergessen. Genau wie Schüler des Berufskollegs und der Johannes-Rau-Realschule recherchieren sie das Schicksal jüdischer Familien für die Verlegung zukünftiger Stolpersteine. Foto: Vera Demuth

Mit einem Festakt des Aktionsbündnis‘ Stolpersteine, bei dem nach den ersten neun Steinen im Jahr 2010 nun 20 weitere Stolpersteine verlegt werden sollten, gedachten Castrop-Rauxeler am Dienstagnachmittag den jüdischen Bürgern, die zu Opfern des Nationalsozialismus wurden. Wegen des Bodenfrosts konnte der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig die Steine allerdings nicht verlegen, sodass dies nachgeholt werden muss.

Vor dem Haus Am Markt 5, dem ehemaligen Textilwarenhaus der Familie Weinberg, erinnerte Thomas Jasper, Historiker beim Stadtarchiv, an die drei jüdischen Castrop-Rauxeler Familien Weinberg, Blumenthal und Cohen, die durch den Naziterror umgekommen sind beziehungsweise in die Emigration getrieben wurden.
Dr. Mark Gutkin, der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, sowie Vorbeter und Kantor Isaak Fourgman zeigten sich froh über den Mut und den Willen der Stadt Castrop-Rauxel, sich zu ihrer Vergangenheit zu bekennen und durch das Erinnern an die jüdischen Mitbürger dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.
Yvonne Wittenbreder-Molloisch vom Aktionsbündnis Stolpersteine dankte für die große Spendenbereitschaft der Castrop-Rauxeler Bürger, während Bürgermeister Johannes Beisenherz betonte, dass Erinnerungsorte wie die­se an Bedeutung zunähmen, da es immer weniger Zeitzeugen gäbe.
Ein Termin für die nachzuholende Verlegung der 20 Stolpersteine steht noch nicht fest.
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