Superman wohnt im Keller: Castrop-Rauxeler im Sammelfieber

Anzeige
Comichefte, Figuren und Spielzeug vom Monopoly-Spiel bis zum Puzzle gehören zu der Superman-Sammlung von Rolf Graupeter. (Foto: Thiele)

Auf der Suche nach Helden stieß der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf Rolf Graupeter. Der 62-jährige Castrop-Rauxeler besitzt ganz viele. Er sammelt nämlich alles rund um den Comic-Helden Superman. Bei der LWL-Ausstellung „Helden“ 2010 im Hattinger Industriemuseum Henrichshütte zeigte er einige seiner Sammlerstücke.

Dabei hätte Graupeter weit mehr als nur eine Ecke mit seinen Heften, Porzellanfiguren und Postern füllen können. Rund 3.500 Teile umfasst seine „Superman“-Sammlung, die er in einem Kellerraum seines Hauses aufbewahrt.
Angefangen hat alles 1987. Da kannte Rolf Graupeter schon den ein oder anderen „Superman“-Comic. Aber seine Sammelleidenschaft wurde geweckt, als er zufällig auf einem Trödelmarkt eine Kiste mit 60 Heften entdeckte. „Der Händler wollte fünf Mark dafür haben“, erinnert er sich. Ein paar Tische weiter sah er einen Katalog mit deutlich höheren Preisen für die Hefte.„Da bin ich zurückgegangen und habe die Kiste gekauft.“
Mittlerweile besitzt Graupeter mehr als 2.000 „Superman“-Hefte. „Ich habe bis nach Bayern telefoniert, um alle zu bekommen.“ In vielen Ordnern stehen sie im Regal. Der 62-Jährige legt Wert auf die Vollständigkeit seiner Sammlung. Aber er hat auch jedes einzelne Heft gelesen – „einmal, ganz vorsichtig“, wie er betont.
1938 war das „Geburtsjahr“ des Superhelden in den USA; seit 1966 erscheint Superman auch in Deutschland. Alle 14 Tage wird zurzeit ein neues Heft herausgegeben, das Graupeter im Comicladen ersteht – zusammen mit allen anderen Heften, in denen Superman erscheint. Das kann dann auch ein „Batman“-Comic sein.

Spielzeug und Sammlerstücke

Doch natürlich gibt es nicht nur Comics mit dem Helden, sondern auch viele andere Spielzeuge und Sammlerstücke für Fans. In den Regalen von Rolf Graupeter kann man unter anderem ein Schachspiel, eine Lego-Uhr mit Weckfunktion, ein Monopoly-Spiel, ein Puzzle, einen Lerncomputer für Kinder und Bausätze von Superman und anderen Figuren aus dem weiten Superhelden-Universum entdecken.
Zu den Prunkstücken seiner Sammlung gehört ein amerikanischer Kofferplattenspieler aus dem Jahr 1978, der mit Superman-Motiven bedruckt ist. „Der funktioniert noch. Ich habe ihn restaurieren lassen“, erzählt Graupeter und kann auch die passende Langspielplatte mit der Superman-Titelmelodie vorweisen.

Spieluhr aus den USA

Auch eine Spieluhr aus den USA hat der 62-Jährige im Internet erstanden. Sie spielt ebenfalls die Titelmelodie, und wenn die Uhr sich dreht, steigt eine kleine Superman-Figur in die Lüfte empor. Ein weiterer Schatz seiner Sammlung ist ein nicht mehr im Handel erhältliches rotes Auto, in dem sich Superman in seine „Alibi-Figur“ Clark Kent verwandelt. „Ich habe auch den Originalkarton. Das ist das Wertvolle daran.“
Überhaupt ist der Originalzustand wichtig. Das gilt zum Beispiel für die ein oder andere Figur, die Sammler wie Rolf Graupeter gar nicht aus dem Karton herausnehmen, sondern originalverpackt aufbewahren. Oder Bücher. Auf ein noch eingeschweißtes Exemplar des Bandes „Superman vs. Muhammad Ali“ ist er besonders stolz. Auf die Frage, ob es ihn denn nicht in den Fingern juckt, die Folie aufzureißen und das Buch zu lesen, antwortet er: „Ich kenne die Geschichte doch.“ Er hat nämlich noch ein zweites Exemplar des Comics.

Filme und Fernsehserie

Natürlich fehlen in seiner Sammlung auch die Filme mit Christopher Reeve in der Rolle des Comichelden nicht. Genauso wenig wie alle DVDs der Serie „Smallville“, in der die Jugendzeit von Superman geschildert wird. Hat er alle Folgen geguckt? „Ja.“ Er hat sogar eine Fan-Urkunde, die bestätigt, dass er alle zehn Staffeln kennt.
Die Urkunde ziert zusammen mit vielen anderen Stücken eine Kellerwand. Ein Reprint des ersten US-amerikanischen „Superman“-Heftes von 1938 hängt dort ebenso wie hinter Glas gesicherte holländische Zigarrenbinden mit Superman-Motiv und eine Kinowerbung im Stil der Titelseite des „Daily Planet“, der Zeitung, für die Superman arbeitet.
Graupeters Frau und seine Söhne unterstützen sein Hobby. „Solange ich damit im Keller bleibe, sagt meine Frau“, schränkt er mit einem Lachen ein. Zu Weihnachten hat sie ihm ein Gemälde mit dem gelb-roten Superman-S auf blauem Grund geschenkt.
Gibt es bei solch einer umfangreichen Sammlung überhaupt noch etwas, was fehlt, was das Sammlerherz höher schlagen lässt? „Es gibt fünf Hefte mit Klebesticker“, muss er gar nicht nachdenken. Die Hefte besitzt er, aber die Aufkleber nicht.

Figuren aus Überraschungseiern

Aber selbst wenn er eines Tages alle Superman-Fanartikel sein Eigen nennen sollte, hat Graupeter ja noch „ein zweites Hobby“, wie er sagt. Er sammelt Figuren aus Überraschungseiern. Diese kauft er im ganzen Satz. „Dafür zahle ich 30 Euro. Wenn ich für 30 Euro Eier kaufe, bekomme ich keinen ganzen Satz“, erläutert er. Ein paar Jahre später steigt die ein oder andere Figur kräftig im Wert. Laut Sammlerkatalog wird eine ganz bestimmte Pumuckl-Figur mit Schirm für 800 Euro gehandelt. „Die habe ich“, verrät Graupeter.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.