"Wir sind Merklinde": Gemeinsam anpacken

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Willi Müller ist Vorsitzender des Stadtteilvereins "Wir sind Merklinde".

"Wir können einiges für den Ortsteil machen. Es ist genug Potential an Menschen da. Jetzt geht es darum, die Kräfte zu bündeln und Netzwerke zu schaffen", sagt Willi Müller, Vorsitzender des Stadtteilvereins "Wir sind Merklinde".

Am 20. Januar wurde der Stadtteilverein gegründet. Um richtig loslegen zu können, wartet man nun auf Post vom Finanzamt. "Sobald wir ein eingetragener Verein sind, möchten wir zügig zu einer Mitgliederversammlung einladen", erklärt Willi Müller. Der 58-Jährige wurde in Merklinde geboren und lebt auch heute noch im Ortsteil. Mit weiteren Vorstandsmitgliedern drückte er früher die Schulbank. "Und heute sitzen wir im Bürgerverein zusammen", lächelt er.

Gemeinsam etwas für den Ortsteil zu schaffen und das Wir-Gefühl zu stärken, ist das Ziel. Derzeit zählt der Verein 40 Mitglieder. Einige weitere seien noch "in der Warteschleife". Je mehr mitmachten, desto mehr könne man zusammen erreichen.
Noch steckt der Verein in den Kinderschuhen. Der Vorteil: Zum einen kann man vom Erfahrungsschatz bereits gegründeter Castrop-Rauxeler Bürgervereine profitieren. "Wir können schauen, wie sie sich aufgestellt haben und wie es organisatorisch bei ihnen läuft", gibt Müller Beispiele. Ein weiterer Vorteil: Der Stadtteil Merklinde wurde in das Projekt „Nachhaltigkeit nimmt Quartier“ aufgenommen (wir berichteten). Und somit wird der Prozess der Aufwertung des Stadtteils vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen wissenschaftlich begleitet. Projektgelder wurden für zwei Jahre bewilligt. Sie sollen unter anderem für Bürgerveranstaltungen und -workshops genutzt werden.

Der Stadtteilverein möchte gerne Arbeitsgruppen organisieren, an denen sich jeder beteiligen und somit eigene Schwerpunkte setzen könne. Außerdem wolle man Bürger, Vereine, Kolping, Kirche und Co. an einen Tisch bringen, gemeinsame Schnittpunkte suchen und vorhandene Merklinder Potentiale bündeln.
"Wir haben keine Schule, die Sparkasse ist weg und Geschäfte gibt es auch nicht mehr", zählt Willi Müller prägnante Merklinder "Problemzonen" auf. Für wenig mobile Merklinder sei es schwieriger im Ortsteil geworden. Hier wolle der Stadtteilverein schauen, ob Lösungen gefunden werden können. Als Stichwörter nennt Müller den Verkehrsplan (Beispiel: Busverbindung nach Schwerin) und die Verbesserung des Lieferservices.

Für den Stadtteilverein wünscht sich der Vorsitzende indes einen Raum und damit einen "Vereinssitz". Darüberhinaus würde man sich in Merklinde freuen, wenn es wieder eine Gaststätte im Ortsteil gebe. "Die Räumlichkeiten sind da", so Müller. Freitags habe man die Möglichkeit, im Vereinsheim des SuS Merklinde zusammen zu kommen. Es sei angedacht, dort am Sonntag nach der Kirche einen Frühschoppen anzubieten.

Der Verein könne unterstützend wirken, Dinge anstoßen und auch an die Stadtverwaltung weitergeben. "Der Nachdruck ist meiner Meinung nach aber größer, wenn es von mehreren Seiten geschieht", wünscht sich Willi Müller eine aktive Beteiligung der Bürger.
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