Wochenmarkt in der Fußgängerzone: Zustimmung der Händler geht auseinander

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Im Bereich der Münsterstraße sorgen die dorthin verlegten Marktstände für eine Belebung der Innenstadt.
 
Wie Textilhändler Joachim Blank erklärt, kommt kaum noch ein Kunde zum Altstadtmarkt.

Seit fast fünf Wochen findet der Castroper Wochenmarkt wegen der Umbauarbeiten auf dem Altstadtmarkt stattdessen in der Fußgängerzone statt. Ob diese vorübergehende Verlegung bei den Markthändlern gut ankommt oder ob sie mit Umsatzeinbußen zu kämpfen haben, scheint von ihrem neuen Standort abzuhängen.

Viele Händler, die nun mit ihren Verkaufsständen auf der Münsterstraße oder der Straße Im Ort stehen, sind sehr zufrieden mit der Übergangslösung und könnten sie sich auch auf Dauer vorstellen. Doch ausgerechnet auf dem Altstadtmarkt selbst, wo entlang der Nordseite einige Textilhändler stehen, bleiben die Kunden weg.

Probleme am Altstadtmarkt

„Es ist alles sehr auseinander gezogen“, sagt Joachim Blank vom Stand „Mode am Markt“ über die provisorische Anordnung der Stände, auch wenn er einschränkt, dass es nicht anders möglich sei. „Wer an der anderen Ecke der Fußgängerzone seine Lebensmittel kauft, kommt nicht zu uns“, erläutert er das Dilemma.
Für ihn sei es daher lukrativer, zu Hause zu bleiben, „denn das ist jetzt in der fünften Woche hintereinander ein scharfer Einbruch“, so Blank, der seit fünf Jahren jeden Dienstag auf dem Marktplatz vertreten ist. Nun will er nicht mehr nach Castrop-Rauxel kommen.

Positive Zwischenbilanz

Ganz anders beurteilen Händler an der Münsterstraße und an der Straße Im Ort die Situation. Alle sind sich einig, dass sie hier von der Laufkundschaft profitieren. „Die Straße ist dadurch viel belebter“, sagt Gabi Götzke, Mitarbeiterin der Fleischerei Bork, und Ute Babel von der „Meisterbäckerei“ ergänzt: „Die Stadt wirkt voller.“
Roland Menneken, der holländische Fischspezialitäten anbietet, spricht von einer Win-Win-Situation für die Marktbeschicker und die Geschäftsinhaber. Denn nun würden die Kunden nicht nur entweder den Markt oder die Geschäfte ansteuern, sondern beides miteinander verbinden. Genau diesen Vorteil bekäme man auch als Feedback von den Kunden genannt, sagt Tevil Akkus von Fischwerk und spricht von zehn bis 20 Prozent mehr Kundschaft als auf dem Marktplatz.

Kunden sind zufrieden

Alle Händler an diesem Standort betonen, dass die Kunden die neue Standordnung sehr begrüßen. Dies bestätigen auch die Kunden selbst. „Dadurch ist mehr Leben in der Innenstadt“, sagt Dirk Repschläger. Beim ersten Mal habe sie noch etwas gesucht, aber nun finde sie alle Stände, lobt auch Brigitte Hemker den Markt in der Fußgängerzone. Walli Horstmann schätzt die kurzen Wege zwischen den Marktständen und den Geschäften. Wenn es nach ihr ginge, bliebe der Markt in der Fußgängerzone und der Marktplatz würde zum Parkplatz.

Manche Händler bleiben weg

Geteilter Meinung sind die Händler, die vorübergehend am Simon-Cohen-Platz angesiedelt sind. „Ich verkaufe hier fast genauso viel“, sagt Karl Wittrock von „Frikadellen am Markt“, verweist aber auch darauf, dass er 90 Prozent Stammkunden hat.
Aber er hat bemerkt, dass einige Händler, die bisher dienstags am Simon-Cohen-Platz vor Ort waren, nicht mehr kommen. Dies bestätigt Sabrina Schürmann von Schürmanns Räucherfisch. „Der Obststand kommt dienstags nicht mehr.“ Sie selbst habe auch schon daran gedacht, da sich der zeitweilige Umzug vom Markt- zum Simon-Cohen-Platz vom Umsatz her sehr negativ bemerkbar mache.
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