Blümchen vorm Haus: 40 Paten kümmern sich um städtische Baumscheiben und Grünflächen

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Als sehr gelungen betrachtet Grünflächenmanager Christoph Hörsting die Baumscheibe an der Ecke Biesenkamp/Brückenweg, die unter anderem mit Stiefmütterchen, Lavendel, Rosen und Ziergras bepflanzt wurde.

Ein besonders ausgeprägter grüner Daumen ist nicht erforderlich, wenn man Grünpflegepate werden möchte. „Jeder macht es so, wie er kann“, erklärt Grünflächenmanager Christoph Hörsting, der seit Oktober 2013 darum wirbt, sich bürgerschaftlich zu engagieren und als Pate die Pflege für eine städtische Grünfläche zu übernehmen.

„Mit unserem knappen Personal bekommen wir es nicht mehr hin, die Grünflächen ansehnlich zu pflegen“, schildert der 34-Jährige den Hintergrund für die Patenschaften. „Wir können nur noch auf die Verkehrssicherung achten.“ Ausnahmen von dieser Regel sind lediglich die Gartendenkmäler, wie etwa der Stadtgarten.
Daher setzt man bei der Stadt darauf, dass sich Bürger und Gruppen engagieren, um alles von der kleinen Baumscheibe bis zur größeren Grünfläche aufzuhübschen und zu pflegen. 40 Paten hat man bisher gefunden, wobei einige schon aktiv waren, bevor man 2013 verstärkt anfing, darum zu werben. Dazu zählen etwa der Verein DoCas-Blinker und die Frohlinder Bürgerinitiative, die sich um den Mühlenteich kümmert. Am häufigsten gepflegt würden aber Baumscheiben und städtische Grünstreifen vor dem Haus, weiß Hörsting und hofft, dass das Engagement weitere Nachahmer finden wird.

Gestattungsvertrag

Wer die Pflege einer Fläche übernehmen möchte, schließt mit der Stadt einen sogenannten Gestattungsvertrag ab. „Er sichert beide Seiten ab“, so Hörsting. Dies betrifft zum Beispiel Regelungen wie die, dass die Fläche nicht weitervermittelt werden darf, dass die Pflicht zur Verkehrssicherung bei der Stadt verbleibt und dass der Pate über die Berufsgenossenschaft versichert ist, falls etwas passieren sollte.
Ansonsten will man das Engagement der Bürger aber nicht allzu sehr reglementieren. „Im Prinzip steht jede Baumscheibe zur Verfügung, und es geht alles, was die Grüngestaltung angeht“, erklärt Hörsting. Wer also Tulpen mag, Stiefmütterchen oder Lavendel hat bei der optischen Aufwertung der Fläche freie Hand.

Keine Maschinen einsetzen

Die ein oder andere Vorschrift gibt es aber doch. So dürfen die Bürger keine Maschinen einsetzen. „Da ist unser Aufwand zu groß, weil wir kontrollieren müssten, ob die Maschinen in Ordnung und die Leute geschult sind“, erklärt der Grünflächenmanager.
Und auch die Bürger sollen keinen übermäßig großen Aufwand bei der Bepflanzung betreiben, denn sollten sie die Patenschaft aufkündigen müssen, sollte der Rückbau der Fläche möglichst einfach erledigt werden können. Außerdem wolle man nicht, dass Grünflächen aufgelöst werden, zeigt Hörsting eine weitere Grenze des Ehrenamts auf. Daher werden Vorschläge von Bürgern, die beispielsweise darauf abzielen, aus einem Grünstreifen eine Parkplatzfläche zu machen, abgelehnt.
Neben Grünflächen können Bürger auch die Patenschaft für ein öffentliches Kunstwerk übernehmen. „Dabei geht es darum, das Umfeld sauber zu halten, nicht darum, die Skulptur zu putzen“, verdeutlicht Hörsting. Bisher gibt es dafür allerdings noch keine Paten. Nur für den Wassertempel an der Halde Schwerin liegt eine Anfrage vor.
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