„Für den Menschen nicht ungefährlich“: Wildschweine erobern Lebensraum in Becklem

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Vor allem wenn Frischlinge dabei sind, kann eine Begegnung mit einem Wildschwein gefährlich sein. Foto: Harald Schottner / pixelio (Foto: Harald Schottner / pixelio)

„Ivan“ nach dem russischen Zar, Ivan, dem Schrecklichen, wurde das Wildschwein genannt, das an einem Februarnachmittag in Recklinghausen-Suderwich für Aufregung sorgte, den hinzugeholten Polizisten aber entkommen konnte. Mittlerweile sind auch im benachbarten Becklem Wildschweine gesichtet worden.

„Es sind auf jeden Fall mehr als fünf, vielleicht auch mehr als zehn“, berichtet Josef Berkel, Vorsitzender des Hegerings Castrop-Rauxel. Erst vor wenigen Tagen hat er mehrere Tiere gesehen, die in Becklem über abgeerntete Felder liefen. Die ersten Meldungen, dass Wildschweine auf Castrop-Rauxeler Gebiet erblickt wurden, stammen bereits aus dem Sommer.
Bisher haben die neuen Einwohner, die laut Berkel aus der Haard ihren Weg hierhin gefunden haben, hier anscheinend noch nicht für Aufregung gesorgt. Zumindest könnten sich weder die Beamten der Leitstelle noch des Wachbereichs Castrop-Rauxel an einen Einsatz in diesem Jahr erinnern, so Michael Franz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Recklinghausen.
„Es geht gut, so lange es gut geht“, lautet jedoch Josef Berkels Einschätzung. „Ein Hund, der auf eine Sau mit Frischlingen stößt, kommt nicht mehr zurück“, nennt er ein Beispiel für die möglichen Gefahren. Und in so dichter Bebauung wie in Castrop-Rauxel seien Wildschweine auch für den Menschen nicht ungefährlich. „Sie gehören hier nicht hin“, macht Berkel deutlich.
Im Moment, kurz vor der Paarungszeit, würde man vor allem einzelne Keiler antreffen. Dahingegen sei die Zeit von Februar bis Mai, wenn die Bachen ihre Frischlinge werfen, besonders gefährlich. „Denn wenn sich ein Tier bedroht fühlt, greift es an, um seinen Nachwuchs zu schützen“, erklärt Berkel.
Daher versuche der Jagdpächter von Becklem, die Wildschweine zu dezimieren, weiß Berkel. Dies sei allerdings nicht einfach, da die Tiere vor allem nachts unterwegs seien.
Aufgrund dieser Tatsache sollte man sich aber nicht in Sicherheit wiegen, dass man als Fußgänger tagsüber erst gar nicht auf ein Wildschwein treffen könne. „Denn dann stört man die Tiere in ihrer Tagesruhe“, erklärt der Jäger das Problem. Wenn dies passiere, sollte man nicht hysterisch werden. „Nicht schreien, sondern ruhig weggehen oder still stehen bleiben, bis das Tier sich entfernt“, rät Berkel.
Und falls ein Wildschwein im eigenen Garten auftauchen sollte? „Die Polizei ist auch zur Gefahrenabwehr da“, erklärt Polizeipressesprecher Michael Franz und rät, in solchen Fällen unter der Notrufnummer 110 um Hilfe zu bitten.
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