In die Tropen abtauchen

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"Die Vogelspinne ,Fussel' ist nicht giftiger als eine Biene und für den Menschen nicht lebensgefährlich", sagte die Diplom-Biologin Linda Wefers. (Foto: Thiele)

Wenn Linda Wefers und Dennis Stridder in die Tropen wollen, müssen sie nur ihre Kellertreppe hinabsteigen. Schon sind sie in ihrem „Castropica“, ihrem persönlichen Tierparadies.

Hier leben Echsen, Königspythons, Boas, Rotbauchunken, Geckos, eine Kornnatter und weitere exotische Tiere. Für die 32-jährige Diplom-Biologin sind sie Hobby und Beruf zugleich.
Eines gleich vorweg: „Für keines der Tiere benötige ich eine Haltungserlaubnis. Alles sind Nachzuchten. Wildfänge gibt es bei mir nicht“, betont Linda Wefers. Die aus Düsseldorf stammende Expertin hat sich zum Ziel gesetzt, mit Vorurteilen in der Bevölkerung „aufzuräumen“. „Die Tiere sind nicht von sich aus gefährlich.“

Besuch im Kindergarten

Die Biologin macht nicht nur Zooführungen – etwa im Aquazoo in Düsseldorf –, sondern präsentiert einen Teil ihrer Tiere auch bei Besuchen in Schulen, Kindergärten oder bei Kindergeburtstagen. „Dafür habe ich eine Erlaubnis nach §11 des Tierschutzgesetzes für die Zurschaustellung.“
Angefangen hat alles im Studium: „Früher hatte ich Hund oder Katze. Als ganz kleines Kind Schnecken. Im Zoologie-Praktikum brachte ein Student eine Fauchschabe mit. Das wurde dann mein erstes Tier mit mehr als vier Beinen“, blickt Linda Wefers zurück.
Nach und nach kamen dann andere exotische Tiere dazu. Heute zählen unter anderem Bartagame „Bambam“, die Königspythons „Pandora“ und „Antje“ sowie Vogelspinne „Fussel“ zu Wefers Mitbewohnern.
Besonders angetan ist die Biologin von „Uschi“ und ihrem intelligenten Verhalten. „Der Stachelschwanz-Waran, eine kleine australische Art, kann Eier öffnen. Und er hat entdeckt, dass er den Heuschrecken die Beine abziehen kann, wenn er das Futtertier in eine Astgabel klemmt. Die mit Widerhaken versehenen Heuschreckenbeine mag ,Uschi‘ nämlich partout nicht.“

Beim Buntwaran

Auch Dennis Stridde (33) hat Spaß am gemeinsamen Hobby: „Es ist eine ganz andere Welt, in die man nach der Arbeit abtauchen kann.“ Kennengelernt haben sich beide – wie könnte es anders sein – im Bochumer Tierpark, genauer gesagt in der Buntwaran-Anlage.
Übrigens war der Besuch bei Linda Wefers eine richtige Lehrstunde: „Die Pfeilgiftfrösche in meinen Terrarien sind nicht giftig. In Gefangenschaft werden sie mit flugunfähigen Fruchtfliegen gefüttert. Ihr Gift gewinnen sie in freier Natur aus ihren Futtertieren, zum Beispiel aus Ameisen und Käfern.“
Und mir schlägt sie zum Abschluss noch vor: „Sie können ruhig einen Frosch küssen, vielleicht verwandelt er sich ja in eine schöne Prinzessin.“
Weitere Infos und Fotos gibt es im Netz unter www.linda-wefers.de
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